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Trauer, las ich, äußert sich als Angst vor jeglicher Veränderung.[1] Also trauere ich beständig um mich, weil ich mich lieber loswerden will, als all den Veränderungen ins Auge zu sehen, sie wahr- und vielleicht sogar anzunehmen? Wie ich mich immer wieder hinter mein: ich weiß nicht, ich kann nicht, zurückziehe. Lumpensammlerin meines Scheiterns. Immer noch auf der Suche nach Lösungen, die ich ohnehin nicht anwenden würde. Würde und anwenden. Vielleicht passt das grundsätzlich nicht zusammen. Und ich muss mich jetzt endlich entschließen, ob ich die Grundsätze oder die Zweifel bekämpfe.

Oder besser das Kämpfen aufgebe.

[1] „[…] und wie äußert sich nun Trauer? Als Angst vor jeglicher Veränderung[…]“ Alexandru Bulucz – Cinema Lyrikanthologie.