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Ich bin ein Planquadrat. Außerhalb der Zeit. In ihr gefangen. In mir gefangen. Befangen. Wie jemand, der das Kichern verlernt hat, und immerzu fragt: was soll ich tun? Das Soll des Lebens.

Ein Streifen Licht

Aussterben war schließlich das einfachste, was ich tun konnte. Mich von den schlichten, schlichtenden Worten zurückziehen ins Schweigen. Dort ist es dunkel und warm. Manchmal öffnet jemand die Tür einen Spalt breit und ich fürchte mich vor dem einfallenden Licht, den unbehausten Geräuschen. Manchmal fürchte ich mich, wenn niemand die Tür öffnet und nicht einmal unter der Tür ein winziger Streifen Licht sichtbar wird. Und das Schweigen sich mit einem Mal so eng um mich legt, dass ich nicht mehr atmen kann. Als wolle es mich fressen. Ein Spiel, das gefährlich ist, wenn man es allein spielt. Also versuche ich Umrisse zu erkennen. Dort die Wand, an der der Spiegel hängt, hier das Bett und da die Tür, die sich irgendwann wieder öffnen wird. Als könnte ich sie nicht selbst öffnen. Aber vielleicht kann ich das wirklich nicht.

Wenn ich mich ein wenig beruhigt habe, lege ich mich auf das Bett, starre an die Decke, oder schließe die Augen. Wichtig ist, Geduld zu haben und sich nicht zu rühren. Dann erscheint die Motte mit dem Krückstock. Manchmal trägt sie einen roten Hut. Meistens ist sie barhäuptig und immer sehr gebrechlich. Als sie das erste Mal erschien, habe ich mich gefürchtet. Aber sie hat mir erklärt, dass ich ohnehin ein sehr schreckhafter Mensch sei, gefangen in den engen Grenzen dessen, was ich mir vorzustellen erlaube. Eigentlich, meine die Motte, und schwang ihren Stock, bestünde ich vorwiegend aus Verboten. Verboten – Vorboten, sagte sie, und begann zu kichern. Ich verstand nicht, was sie meinte. Ihre Art zu reden war so ungewöhnlich. Sie beschrieb in auffällig gewundenen Worten, wie die Welt auch sein könnte. Manchmal nachdem sie mir, den Stock schwingend, einen ihrer Vorträge gehalten hatte, träumte ich von diesen Möglichkeitsräumen.

 

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Eine Widersprüchlichkeit, die nichts zulässt neben sich, die alle Klarheit und Gradlinigkeit vernichtet.

Diese Worte, die wir zu kennen glauben, aussprechen und niederschreiben, ohne sie auch nur annähernd zu begreifen.

 

Grenzen/Aufrichtigkeit – vielleicht auch Grenzen der Aufrichtigkeit

Die körperliche Reaktion auf einen Text, und die Bedenken, die eigenen Zweifel usw., die etwas aussagen über die Gegenwart.

Was „formstrenges Denken“ ist. Woran man denkt, und welchen Gedanken man nachgeht. Und ob sich das lohnt. Ob es richtig ist. Weiter führt. Etwas öffnet. Formstreng gegenüber aufrichtig. Eine Frage der Haltung.

Bücher und Texte, die die Leserin angreifen, weil sie konsequent sind. Zu sich stehen. Weil sie hinabtauchen in einen Bereich, in dem alles mit allem verbunden ist?

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Ich fresse. Süßes, Salziges. Hauptsache nicht gesund. Weil ich Angst habe? Um die Unruhe zu betäuben? Weil ich immer noch nicht akzeptieren kann, dass es diese einfache Trennung in richtig und falsch nicht gibt? Oder dass es kein Ankommen gibt, nur die unaufhörliche Bewegung. Die Suche nach Haltung und ein ständig gefährdetes Gleichgewicht.

Dieser seltsame Zwang, immerzu Vorräte anzulegen. Der Schimmel, den die Zeit ansetzt, wenn sie nicht bewegt wird. Die Hälfte der Zeit. Und die andere Hälfte der Zeit. Was wir von uns wissen können. Und was von der Welt. Und dass zum Wissen immer Zweifel gehören, zum Glauben aber Gewissheit. Und wie sich die Haltung zwischen diesen beiden Polen austariert. Ein Gleichgewicht sucht. Und manchmal auch findet.

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Die Verletzungen, die ich mir selbst beibringe, (in der Schule der Verletzungen die Schulbank drücken). Die Gedanken, die abgeschnitten werden, und die anderen, die sich entfalten dürfen, und wer das entscheidet.

Der Tag welkt, und ich blühe auf.

Ein schwarzer Kanarienvogel und all die Dinge, die es sonst noch nicht gibt.

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Die alleinerziehende Nacht.

Wir vertrauen uns unseren Ängsten an. Verbiegen (verbieten?) uns unter der Angst, die wir uns auferlegt haben. Unsere Angst machte dem Leben Angst. Es traute sich nicht an uns heran. Ich starb ihm unter den Händen weg, überwacht vom Schmerz, meinem ständigen Begleiter.