I

Woher kommt dieser Hang, diese Zuwendung, fast schon Suche nach Melancholie? All die schwermütigen Schriftsteller, die ich so gerne lese. Der wunderbare Espedal. Und jetzt Merethe Lindstrom. Aber schon lange davor Dostojewski, Les Murrays Schwarze Hunde. Die Anatomie der Melancholie von Burton liegt seit der Lesung, die unter diesem Motto stattfand (wann ist das gewesen? 2015 oder sogar schon davor, 2014?) ungelesen zwar, aber ständig griffbereit, auf dem Schreibtisch.

Die Dunkelheit, die immer wieder alles verschlingt. Sprichwörtlich. Oder wortwörtlich? In den Schatten stellt. Ich kenne das nicht, und kenne es doch. Es ist nie wirklich schlimm. Und nie wirklich weg. Selbst wenn ich glücklich bin, hat die Traurigkeit, die Dunkelheit, die Melancholie ihren Platz in mir. In meiner Anatomie wird die Traurigkeit erst sterben, wenn auch alles andere tot ist. Aber das ist nicht bedauernswert. Es ist eine Grundlage für die Empfänglichkeit von Schönheit, die ich nicht missen möchte.