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Im ersten Band von „Min Kamp“ schreibt Knausgard, dass es für das Herz einfach sei, erst schlage es, und dann höre es eben zu schlagen auf. Als sei es einfach ein Menschenleben lang unaufhörlich zu schlagen, ohne Pause. Als sei es einfach, der Knotenpunkt von allem zu sein, das, wovon alles abhängt. Überhaupt das Herz; das gebrochene Herz, die Herzchen, die wir malen. Überfrachtet mit Bedeutungen.

Während draußen der Wind am Haus reißt, und ganze Sätze des Geschriebenen löscht.

Wie sollen wir schreiben? Nur über das, was wir bis in den letzten Winkel erforscht haben? Oder über Dinge, von denen wir letztendlich nichts verstehen? Voller Wut, oder voller Liebe? Verbindend, oder indem wir Löcher ins Netz reißen? Absichtslos, oder um der Welt immer wieder zu erklären, was sie nicht verstehen will?

 

Nie ist es genug. Immer entweder zu viel oder zu wenig. Diese alles stürzende Sache mit der Sterblichkeit. Dabei könnte man es als Erlösung sehen. Als Spiel, das man ohnehin nicht gewinnen kann.

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