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Ich habe immer noch Angst. Ich erinnere mich nur bruchstückhaft.

Vielleicht sind die Erinnerungen, die ich niemals aufgeschrieben habe, die nur in meinem Kopf bestehen, die einzigen, die wirklich zählen. Als würde nur das zählen, was wir nicht erzählen wollen oder können. Als würde die Bedeutung erst jenseits der unüberbrückbaren Grenzen unserer Sprache liegen. Als könnten wir uns nur durch Sprache mitteilen. Aber vielleicht geht es einigen von uns genau so Und anderen steht gar kein Medium zur Verfügung. So dass sie allein (ungeteilt und ungeheilt) bleiben müssen in ihrer Angst und Wut. Kommt daher der Hass?

Ich verliere den Faden. Ich komme den Gedanken nicht hinterher. Ich kann die Instanz nicht benennen, die alles noch während des Denkens aussortiert und verwirft. Meint sie es gut mit mir, oder nicht?

Ich unterscheide mich. Dieses Bewusstsein bleibt immer. Egal wie sehr die Ränder verschwimmen.

Was mich bedrückt, könnte etwas Dunkles sein, das nach Ausdruck verlangt, um sich in Licht verwandeln zu können. Vielleicht. Etwas Schweres, das nach Form strebt, um schweben zu können. Wenn da kein Mut ist, tut es vielleicht auch Übermut.

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10 Gedanken zu “(1)

    1. Von Luisa Francia habe ich gelernt: Übermut ist oft sehr gut. Weil er die Dinge auf den Kopf stellt, Perspektiven wandelt und eben Mut weckt, an den eigenen Grenzen zu ruckeln … dies einfach als kleiner Impuls, Elternsprüche mit neuen Augen zu betrachten.

  1. „Was man besonders gerne tut, ist selten ganz besonders gut“, Wilhelm Busch – das schrieb mir meine Mutter auf die erste Seite des Poesiealbums. Je nach Lebensalter hat mir dieser Spruch einen Dämpfer versetzt, ein schlechtes Gewissen bereitet oder jetzt: Wut aufsteigen lassen.

    Ich freue mich in deinem Text am „Ich unterscheide mich“. Hier scheint es wohl kritisch gemeint, man gehört nicht zu den anderen, man steht am Rand. Ich sehe deinen Satz aber höchst positiv und voller Selbstwert! Ich – bin ein eigener Mensch!

    Mit guten Wünschen zum neuen Jahr!
    Bess

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