Bedingungsloses Grundeinkommen

Darüber will ich schon länger etwas schreiben, habe angefangen zu recherchieren, aber immer wieder fehlt die Zeit. Trotzdem, so viel ist mir klar: das Problem ist nicht das fehlende Geld, um das Ganze zu finanzieren. Sondern die Verteilung. Vor einem kapitalistischen Hintergrund muss so ein Modell vermutlich immer scheitern, aber wer oder was hindert uns eigentlich so grundlegend und nachhaltig daran, über eine andere Gesellschafts- und Wirtschaftsform nachzudenken?

15 Gedanken zu “Bedingungsloses Grundeinkommen

  1. Vermutlich ist die letztgenannte Frage gar nicht so schwer zu beantworten: Es sind die „Hohepriester” des Kapitalismus selbst, die jedwede grundsätzliche Änderung verhindern müssen. Bedeutet denn (in deren Augen) mehr soziale Fairness nicht immer auch, daß sich ihre Exponiertheit verringern würde?

    1. Ich finde es nur so bedauerlich, dass es scheinbar überhaupt keine Visionen gibt, keine Gedankenexperimente, die den kaptitalistischen Boden verlassen. Selbst wer das Modell befürwortet, argumentiert auf kapitalistischer Basis.

  2. Also, du schreibst gerade öffentlich drüber und bist in meinem Reader damit heute nicht allein.
    Das Thema wird ja immer präsenter.
    Es gibt mittlerweile auch zumindest ein neues Buch drüber.

  3. Das ist ein Thema, das mich schon länger umtreibt, erstmals vor etwa zwanzig Jahren, als es noch Utopie von (angeblich) ganz weltfremden „Spinnern“ war. Dann hatte ich es eine Weile vergessen, bis ich vor ein paar Jahren wieder darauf stieß. Ich freue jetzt mich immer, wenn das Thema aufkommt, weil ja doch steter Tropfen den Stein höhlt und immer mehr Menschen die Sache für gar nicht mal mehr undenkbar halten.

    Aber natürlich ist klar, dass das bedingungslose Grundeinkommen – jedenfalls falls es existenzsichernd und tatsächlich bedingungslos eingeführt werden würde -, unsere sämtliche Lebens- und Wirtschaftsweise auf den Kopf stellen würde, was ja nun den – ein Vorredner nannte sie „Hohepriester des Kapitalismus“ – gänzlich missfallen wird, denn dann würden wir ja nicht mehr konsumieren, Leistungsbereitschaft und Ellenbogen zeigen – und wir hätten keine Angst mehr vor dem Absturz nach unten, was uns alle ja ziemlich an der Kandare hält.
    Dabei ist wohl den meisten von uns klar, dass wir so, wie wir derzeit leben und wirtschaften, konsumieren, verbrauchen, wegwerfen, nicht mehr weitermachen können.
    Vor einiger Zeit sah ich mal in Die Anstalt eine Wirtschaftswissenschaftlerin und Kabarettistin über das Grundeinkommen reden: ja, es ist finanzierbar, ein Weg fände sich, das Umzusetzen. Aber zunächst sollten wir uns darüber klar werden, was wir als Gesellschaft mit dieser grundsätzlichen Änderung alles gewönnen. Du findest es bestimmt bei YouTube unter entsprechenden Stichwörtern, ich habe jetzt nicht die Gelegenheit, das herauszusuchen.

    Herzliche Grüße
    Agnes

    1. Genau diese „weltfremde“ (also eigentlich nur wirtschafts- und kaptialismusfremde) Spinnerei fehlt mir so. Es muss doch Leute mit Visionen geben, die es schaffen, das zementierte Denkgebäude aus Globalisierung und Geld vor Mensch zu verlassen!
      nach Deinem Tipp werde ich nachher einmal suchen, Danke.

      1. Sehr gerne.
        Mir ist das Thema noch den gesamten Nachmittag durch den Kopf gegeistert, nochzumal ich später noch ein Gespräch mit dem Kollegen vom Pflegedienst meiner Mutter hatte, der ja aus seiner Sicht einiges zur Wertschätzung von Menschen, sozialer Arbeit und Bewilligung bzw. Ablehnung von Unterstützungsleistungen zu erzählen hat und der aus dem verärgerten Kopfschütteln kaum noch heraus kommt.
        Vielleicht können wir ja hier in der Blogwelt als einer Art gemeinsamer Ideenwerkstatt zusammen mal ein paar Utopien spinnen – es gibt doch so wahnsinnig viele Aspekte, die zu beleuchten sind. Ich mache mir dazu mal ein paar Gedanken und melde mich dann einfach noch einmal in einem Kommentar bei Dir, wenn Du magst.
        Liebe Grüße
        Agnes

    2. Es lag nicht an deiner sehr willkommenen Idee, eine Art Gedanken-Pool zu versuchen, dass ich mich erst jetzt melde. Eine Erkältung hat mich ein paar Tage außer Gefecht gesetzt. Sobald ich Zeit finde, werde ich auch weiter recherchieren, mir Gedanken machen und gegebenenfalls etwas schreiben. Dein Link ist jedenfalls sehr wilklommen und wird freudig erwartet.

  4. Ich habe schon das Gefühl, dass das Bedingungslose Grundeinkommen in den Köpfen angekommen ist. In der SPD wird das Thema schon seit einer Weile diskutiert, und durchaus positiv, d.h. immer wieder dahingehend: wie könnte man das realisieren. Es scheint ein unglaublich umfängliches Unternehmen, geradezu ein riesiger, riesiger Klotz, da ja unser Sozialstaat zunächst auf selbst erarbeitetes Einkommen (oder eben Besitz) geeicht ist. – Gerade geht in Luxemburg die Sache mit freier Benutzung des Öffentlichen Verkehrs in eine Testphase. Das ist ja etwas Ähnliches. Wir sehen ein kleines, reiches Land, das hier den ersten Schritt macht. Und da ist wahrscheinlich der größte Widerstand: Nicht, dass Deutschland für das Grundeinkommen oder Freie Fahrt zu arm wäre, aber es ist doch sehr groß. Ich bin allerdings eher optimistisch. Eine Ideenwerkstatt jedenfalls klingt sehr gut.

  5. Ja, die SPD grübelt, diskutiert, überlegt wie die Welt besser werden könnte, so wie vor dem ersten Weltkrieg, als sie den Kriegskrediten zustimmten.

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