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„Es war keine schwere Geburt“, sagt die Frau, die mir gegenüber sitzt. Ich bewundere kurz ihre Haltung, bevor ich erwidere: „Vielleicht können Sie sich bloß nicht erinnern.“ Sie winkt ab, als wäre ich eine lästige Fliege. Und vertieft sich in die Schlagzeilen. Zum dritten Mal eilt die kleine wendige Kellnerin an mir vorbei, ohne das es mir gelingt, sie auf mich aufmerksam zu machen. Ich sehe aus dem Fenster. Die Fassaden der Stadt, in der ich beinahe mein ganzes Leben verbracht habe, verschmelzen mit meinen Gesichtszügen. Irgendwann ist die leicht gebärende Frau gegangen und ein Kaffee steht vor mir auf dem Tisch. Die Zeit neigt sich. Nach links, nach rechts. Beginnt zu tanzen. Ich führe Selbstgespräche. Oder die Selbstgespräche führen mich. Ein Tropfen Blut fällt auf das blütenweiße Tischtuch.

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