Einsamkeit

Morgens, wenn ich noch völlig müde bin, und trotzdem nicht mehr einschlafen kann, herrscht vollkommenes Chaos der Gedanken im Kopf. Mein Versagen als Mutter, das immer wieder erneute Verlieren der Kinder, und der ganze Rest.

Was wir alle brauchen ist Vertrauen. Etwas, das uns niemand geben kann, wenn wir es uns nicht selbst schenken können. So schwierig (so einfach) bleibt es bis zuletzt. Das ist das Wesen der Einsamkeit.

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19 Gedanken zu “Einsamkeit

  1. Gelesen habe ich den kleinen Text. Ich warte gerade auf meine Gäste. Das Leben nimmt für diesen einen Tag Fahrt auf. Ich wollte den Gefällt-mir-Klick nicht machen aus nachvollziehbaren Gründen. Nachdenklich schaue ich aus meinem Schreibstubenfenster und überlege, warum wieder und wieder die Kinder…Das hört sich grausam an. Auch zu sich selbst sollte man nicht…
    Gruß von Sonja

    1. Ja, liebe Sonja, wieder und wieder die Kinder. Das ist grausam und das ist wunderbar. Sie sind einfach das Bedeutungsvollste und Wunderbarste und zugleich die größte Herausforderung und das größte Scheitern für mich. Ich werde wohl mein Leben lang nicht damit fertig werden. Mit dieser Ambivalenz aus Liebe und Ohnmacht. Aber es ist okay.

  2. Ich kenne diesen Zustand nur zu gut…Ein Jogi hatte mir empfohlen, sehr früh, also vor 6 Uhr, aufzustehen und das destruktive Chaos im Kopf, es handle sich um Energie, kreativ zu nutzen.. mit Atemübungen beginnen, mit Meditation, Sport usw. Manchmal schaffe ich das. Es hilft.

  3. Wie sagte meine Thera neulich? Das Chaos nicht weghaben wollen, nicht werden wollen: Tolerieren, Sein. Mich und das Chaos. Lassen. Zulassen. Ertragen.
    So schwer.
    Manches kann mir niemand anders geben außer ich. Manches kann mir niemand abnehmen. Da ist Einsamkeit. Manchmal tut sie so weh, manchmal ist sie einfach nur da.

    1. Es sind nur die Gedanken, die uns weiß machen, dass etwas falsch ist, anders werden sollte usw. Die diese ganzen Spannungen erzeugen, die nirgendwohin führen, außer ins Leid, ins Destruktive. Daran hat mich der Buchtipp von Marie, und der Auszug, den ich daraufhin gelesen habe, noch einmal erinnert. Weil man ja die einfachsten und einleuchtentsten Dinge immer wieder vergisst.

  4. Am liebsten würde ich morgens um sechs durchs Netz springen und dich in den Arm nehmen!
    Aus eigenen Zeiten weiß ich noch, dass ab elf Einsamkeit, Angst, Versagensgefühle, Trauer, Hilflosigkeit, Heimweh … sich in Luft auflösten.

    Der Beitrag von Elisabeth scheint mir eine interessante Anregung.

    1. Vielen Dank für dein Mitgefühl. Das tut gut. Und ja, es ist wie schwere See, eine Welle folgt auf die nächste, mal ist Ebbe, mal Flut. Aber ich glaube fest daran, dass sich schon dann alles zu beruhigen beginnt, wenn es gelingt, die Dinge auszusprechen. Zumal wenn sie dann auf so geneigte Ohren fallen.

  5. Eltern und Kinder – das ist wirklich eine endlose Geschichte, die weit in die Vergangenheit zurück greift. Ich habe nie Kinder bekommen. Ich habe mir das nie zugetraut. Aber als Kind von meinen Eltern habe ich verstanden: Sie haben getan, was sie konnten. Sie haben mich geliebt, wie sie konnten. Sie haben ihre Fehler gemacht. Es ist alles gut so, wie es war und ist. Und: es gibt kein „lebenslänglich“ für ihre Fehler. Ansonsten: Ich denke bei solchen Chaosgedanken im Kopf: Die sind so etwas wie Dämonen. Sie wollen mich ablenken. Von mir und meinem Weg. Ich darf sie nicht ernst nehmen. Ich sage dann: Aha, ihr schon wieder! Macht, dass ihr weg kommt! Ich habe zu tun. – Und wenn ich dann nur einen schönen heißen Kaffee trinke…

    1. Dieses Verzeihen und Annehmen deiner Eltern und ihrer Fehler ist wundervoll. Vor allem für dich, aber auch für sie. Es ist so leicht, als Kind zu verurteilen, aber stellen wir uns einen Schritt weg von unserem Standpunkt in das Chaos des elterlichen Lebenskontext, können wir zumindest ein wenig verstehen und auch verzeihen. ♥️

  6. „Versagen” ist ein hartes Wort – zu hart, würde ich meinen. Mir wäre eine offene Formulierung lieber, die das (vielleicht) Mögliche betont: Mag ich als Mutter bislang nicht das Beste geleistet haben – ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ich es auch einmal besser hinbekomme … Viele Grüße!

  7. Ich weigere mich, an dein mütterliches Versagen zu glauben. Dazu gehört soviel mehr. Zum Versagen. Mindestens das Aufgeben. Und die Sturheit einer unreflektierten Routine im Verhalten gegenüber deinen Kindern, die allen weh tut, immer und immer wieder. Und die Unfähigkeit, das zu erkennen.

  8. wer solche gedanken hegt, kann gar keine „mütterliche versagerin“ sein! sherry hat es auch gut gesagt. hab vertrauen zur liebe zu deinen kindern.
    die gedankenschleifen an müden schlaflosen morgenden kenne ich auch. ich hab für mich herausgefunden, wenn ich sie als „völlig sinn- und nutzlos und vor allem irrational“ annehme, was sie ja auch sind!, sind sie zu ertragen und sie lösen sich dann sehr schnell in nichts auf!
    liebe grüße!

    1. manchmal, aber zu selten, gelingt es mir auch, dieses Zweifeln, das ständige Reflektieren einfach als etwas anzunehmen, was nun einmal zu mir gehört, was mich weder schlechter noch besser macht als andere.
      Und dann kann ich daran glauben, dass die Liebe alles überwindet, und fühle mich für Momente sicher, weil ich ganz sicher nie auch nur eine Sekunde an der Liebe zu meinen Kindern gezweifelt habe.

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