Tod

Der Tod drängt sich gerade wieder in den Vordergrund. Die Nachricht vom plötzlichen Tod Oleg Jurjews, die Betrachtungen von Andreas Wolf, diese wohltuende Wut, die ich fast nie empfinde.

Ich selbst hatte mir im Juni notiert: Was, wenn der Tod aber wirklich die Vollendung des Lebens ist? Die Krönung, das Beste und Schönste, das einem Lebewesen widerfahren kann? Würde das nicht alles radikal ändern? Wir hätten keine Angst mehr vor dem eigenen Tod, und auch der Tod der anderen verlöre seinen Schrecken, er wäre nur noch deshalb schmerzhaft, weil uns dieser eine, unersetzliche Mensch fehlt. Aber was für ein Trost, wenn wir glauben könnten, er habe das größte Geschenk empfangen und eine bessere Stufe erreicht.

Würde die Gesellschaft unter diesen Bedingungen überhaupt noch funktionieren? Steht darum nichts über den Tod des ersten Menschen in der Bibel? Nur diese Sache mit der Auferstehung? Und über Lazarus, der von den Toten wieder auferweckt wird?

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10 Gedanken zu “Tod

  1. Ein spannendes Thema. Seid ich vor zig Jahren das Buch von Jiddu krisnamurti „Einbruch in die Freiheit“, gelesen habe, bewegt mich dieses Thema mal mehr, mal weniger. Der Stachel würde uns genommen, wenn wir es einfach annehmen können. Aber nichts wird so sehr verdrängt, wie dieses große Ereignis im Leben. Wir haben viel zu lernen. Es grüßt Marie

    1. Vielen Dank für diesen Buchtitel, ich habe einen Auszug im Netz gefunden und werde versuchen, mir das Buch zu besorgen. Genau die Richtung, in die ich schon länger denke, und da sind neue Impulse immer willkommen.

  2. Das sind Gedanken, die öffnen und ich bin überzeugt, dass es deswegen so wenig gedacht wird!
    Danke.
    Herzlichste Spätabendgrüße an dich, Ulli

  3. Oleg Jurjew war ein großer Dichter, was mit ihm geht ist schmerzhaft und kann nicht mehr ersetzt werden. Was bleibt sind seine Gedichte. Sie sind der Schatten, der uns begegnet, sie sind der Trost für die, die weitermachen müssen.

  4. Der erste Mensch, der in der Bibel stirbt, wurde ermordet. Gibt einem ja auch zu denken. Auf der anderen Seite: Der Tod ist das Schicksal aller Lebewesen. Ich finde, alleine das ist tröstlich.

    1. Nein, momentan finde ich es überhaupt nicht tröstlich, dass wir alle sterben. Manchmal empfinde ich es als unerhörte Zumutung nahezu das ganze Leben mit diesem Wissen verbringen zu müssen.

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