Grenzen

Seit wann habe ich eigentlich Angst vor Herausforderungen? Waren das diese Fälle bei fixpoetry und Signaturen, wo ich gescheitert bin? Habe ich mich davon nie richtig erholt? Einerseits ist es gut, dass ich kein Muster, kein erlerntes Schema habe, mit dem ich an die Kritiken herangehe, das ermöglicht mir eine gewisse Offenheit, und damit die Chance, im besten Fall andere, zusätzlich erhellende, Perspektiven anzulegen. Andererseits fehlt mir immer wieder der Halt, den das Handwerk mir verleihen könnte. Eine gewisse professionelle Sicherheit, die mich davon bewahren könnte, naive Fehler zu machen. Bedeutsames schlicht nicht zu erkennen.

Die Lösung kann wohl immer wieder nur sein, die eigenen Grenzen zu kennen und trotzdem an sich zu glauben, sich jedenfalls ernst zu nehmen in dieser Beschränktheit. Und dann den Mut zu haben, es zu zeigen. Wohlwissend, das wird nicht allen gefallen. Aber vielleicht gibt es einige wenige, denen es etwas bedeutet, die es vielleicht sogar ermutigt.

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5 Gedanken zu “Grenzen

  1. Ich weiß natürlich nicht, wie Du schreibst. Ich arbeite als Texterin und Journalistin als Quereinsteigern, d.h. ich habe keine direkte Ausbildung, sondern lediglich ein Studium der Geisteswissenschaften absolviert. Das Schreiben musste ich mir selbst beibringen, durch Lesen, durch die Aufträge und gelegentliche Seminare. Wenn ich neue Textarten schreibe, übe ich auch schon mal ein paar Monate einfach so für mich, bis ich sicherer werde. Und ich gucke immer wieder, wie andere das machen. Naivität ist vielleicht nicht so sehr „der Feind“, vor dem man sich fürchten sollte, als die Vorstellung, man könne irgendwann die „richtige“ oder „ausreichende“ Ausbildung erreicht haben. Grenzen sind IMMER wichtig. Oder andersherum: Wir alle unterliegen Grenzen. Es ist gar nicht so wesentlich, wo die genau verlaufen.

  2. die lösung ist nicht TROTZDEM sondern UNBEDINGT an sich zu glauben 💓 nicht für andere. für dich. dann ist es immer authentisch. und wenn es dann andere bewegt ist es ein zusätzlicher gewinn.
    ich hab gut reden… haha… 😂 aber grundsätzlich ist das wohl so.
    grenzen…. sind meistens die in unseren köpfen.

  3. Ein bisschen spät, aber doch noch, wollte ich dir noch zu diesem Beitrag zwei Dinge schreiben: 1. dass ich nur zwei Blogs abonniert habe, einer davon ist deiner, der andere der von der mir sehr geschätzten Autorin Jutta Reichelt (https://juttareichelt.com/, stelle mir gerade vor, dass der dir auch gut gefallen könnte). Und dass ich mich immer freue, wenn deine Montagspost kommt. Und sie immer wieder etwas bei mir auslöst. Und 2.: das hab ich glaub schon mal geschrieben, dass deine Rezension zu meinem zweiten Buch eine der einfühlsamsten und klügsten (auch für mich als Verfasserin des Textes erhellendsten) war, die ich überhaupt bekommen habe. Ich glaube, dass es doch darum geht: offen und aufmerksam zu sein, sich selbst und die anderen, die eigenen und die anderen Texte ernst zu nehmen. Das empfinde ich als Professionalität.

    1. Vielen, vielen, herzlichen Dank für diese Post, die keinen Moment zu spät kommt. Es ist immer wieder, gerade hier, aber auch anderswo, eine heilsame Erfahrung, wie scheinbar festgefahrene Grenzen, Ängste, Defizite, in Bewegung geraten, sobald man sie sich bewusst macht, in Worte kleidet, und vielleicht sogar ausspricht. Danke für diese Wertschätzung, die mir sehr gut tut. Und die ich jetzt einfach so annehme, ohne mich dadurch erneut unter Druck zu setzen.

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