Altern

Das beherrschte Suchen nach Hilfe. Möglichst zurückhaltend. Lautlos. Dieses Paradoxe, aus dem sich manche eine Decke weben können, die warm hält. Oder wenigstens eine Textur. Etwas, das Halt gibt. Vielleicht sogar eine Zeit lang der Verzweiflung standhält.

Seit einigen Monaten zeige ich niemandem mehr, was ich schreibe. Ich frage mich nicht warum. Oder ich suche jedenfalls nicht nach einer Antwort auf diese Frage.

Ich suche nach einer Möglichkeit, anständig, selbstbewusst, mit Würde, zu altern. Ich suche (immer noch!) nach Vorbildern. Ich bin müde von mir selbst und der Unmöglichkeit, mir mein Scheitern wirklich restlos einzugestehen. Ohne dieses Eingeständnis gibt es keine Entwicklung. Nur Stillstand. Und Bedauern. Weniger Erinnerungen als vielmehr Nostalgie. Keine Verzweiflung, nur diese alles vereitelnde Müdigkeit.

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