Ich sammle jetzt Türgriffe

Ich saß auf dem Sofa, sah dem Regen zu und dachte daran, wie oft ich mich jetzt schon aus meinem Leben ausgeschlossen hatte, und immer wieder vor der Tür stand und reinwollte. (ich sammle jetzt Türgriffe. Hast du das gewusst?)
Ich stellte mir vor und dann ging ich durch diese Vorstellung hindurch, als sei es eine Wand. (Ich kann jetzt durch Wände gehen. Hast du das gewusst?) Ich stellte mir vor, wie ich mich mit mir an einen Tisch setze. Der Tisch dunkel und viereckig, aus Holz. Wie wir uns gegenübersitzen, uns kampflustig anschauen, wie jede von uns darauf wartet, dass die andere den Anfang macht, wie wir langsam müde werden und weicher. Und schließlich aufstehen, weil wir merken, dass keine von uns der anderen etwas zu sagen hat.

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3 Gedanken zu “Ich sammle jetzt Türgriffe

  1. Besser als Türgriffe sammlen ist Türgriffe benutzen. Das ist leicht gesagt und schwer getan (ich weiß wovon ich schreibe).

  2. Der Text gefällt mir sehr. Persönliches (?) surreal aufgemischt. Und Texte, in denen es ums Sammeln geht, mag ich allemal. Sammeln, ob in der Realität oder in der Phantasie, ist eine schöne Art, „mein“ zu sagen.

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