Die Alten

Die Alten, die, die den Kindern sagen und beibringen, was richtig ist, und was falsch, gut und böse, wofür es sich zu kämpfen lohnt, all diese Dinge, die den weiteren Weg, das ganze Leben des Kindes bestimmen werden, sind schon so gut wie tot. Sie leben eigentlich nur noch, um diese Werte weiterzugeben. Und sobald das Kind das versteht, haben sie vielleicht noch ein paar Jahre, manchmal weniger, sehr selten mehr, bevor sie endgültig abtreten. Das ist unheimlich, denkt das Kind, das immer noch in der alten Frau steckt.

 

Advertisements

3 Gedanken zu “Die Alten

  1. Gut, ich gehöre vielleicht noch zu den Mittelalten. Einige aus meiner Elterngeneration leben noch und ich bin schon eine Mega-Erwachsene für die Kinder, die jetzt groß werden. Ich habe keine eigenen Kinder. Habe aber immer wieder Gelegenheit mit den „Kleinen“, die jetzt z.B. Abitur machen, zu sprechen. Und das Erstaunliche ist: Nicht nur ich kann ihnen Hinweise darauf geben, was (möglicherweise) wichtig ist. Umgekehrt kann ich eine Menge von ihnen lernen. Klar, sie haben – noch – einen kleineren Horizont. Aber sie haben auch mehr Zeit, genau hinzusehen. Umgekehrt kann ich mittlerweile meiner Elterngeneration Dinge zeigen, die sie nie hören wollten, als ich noch kleiner war. Ich finde beides ungeheuer befriedigend. Meine Sicht schärft sich schon seit einiger Zeit, auch wenn ich immer kurz-UND-weitsichtiger werde. Erfahrung und Wissen wachsen zusammen. Ich habe noch lange nicht das Gefühl, abzutreten. Und das Kind in mir wächst, ohne erwachsen zu werden.

  2. Ich finde es wunderbar zu den „weisen“ Alten zu gehören, die der jungen Generation etwas mitgeben können, ihnen zu erzählen von fast verloren gegangenen Dingen, ohne dass mein inneres Kind aufhört, neugierig und wissbegierig alles erfragen und erfahren zu wollen. Ich entdecke, dass es mich glücklich macht, den Jungen in ihrem „Sturm und Drang“ zuzuhören, sie machen zu lassen, ihnen zuzutrauen, den eigenen Weg zu finden, ihnen zuzusehen, mit ihnen zu diskutieren. Ich bin alt und doch jung. Und ja, sie hören auch mir sehr gerne zu. Ein schönes, ernstgemeintes Kompliment von gestern aus jungem Munde: „Du hast eine Menge FlowerPower in dir.“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s