Am Ufer steht eine Frau

Am Ufer steht eine Frau,

gebückt,

zusammengesunken, als hätten

ihre Knochen sich aneinander

geschmiegt, um besser der

Kälte zu trotzen, die von Jahr

zu Jahr heftiger angreift.

 

Jedes Jahr vier, fünf Möglichkeiten

weniger, sich aus den Zusammenhängen

zu winden, zu lachen

obwohl es weh tut.

 

Sie bewegt die Lippen,

zitternde Striche, die

Worte murmeln, die lauter sein

sollen, als die, die sie von selbst finden.

 

Der Wind reißt ihr die Laute

von den Lippen. Läuternd.

Berührt sie. Flüsternd.

Und sie schweigt.

Treibt hinaus

Kein Glanz,

nur ein offener Horizont.

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5 Gedanken zu “Am Ufer steht eine Frau

  1. Ich nehme zwei Bewegungen in mir wahr, die eine schwebt in den offenen Horizont, ohne Angst, die andere schreckt zurück –
    das sind Zeilen, die ich gleich zweimal gelesen habe!
    liebe Grüße
    Ulli

  2. Wunderschön. Wir befinden uns doch alle im freien Fall, sind uns dessen nur nicht bewusst. Es ist schwer, sich aus den Zusammenhängen zu winden, aber das einzige, das uns zu uns selbst zurückführen wird. Alles Liebe
    diesiebenmeere.com

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