Ein weißes Feld – Lucas Cejpek

Ein weißes Feld“ ist Kunstgeschichte, Filmgeschichte, Literaturgeschichte, keine umfassende Abhandlung, eher eine Ansammlung zufälliger Eckpfeiler, an denen entlang die Assoziationen ein Feld beschreiben, weiß, aber aufschlussreich.
Das „Ich“ erscheint dabei als weißes Blatt, ergebnisoffen, oder unmöglich zu erkennen.

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Abstrakt

Möglich, dass das, was vor uns liegt (auch die Einsamkeit, sogar der Tod) leicht ist. Kunststück, die Dinge, die vor uns liegen, sind abstrakt. Was kann uns das Abstrakte anhaben? Es wird vielleicht nie eintreffen, und selbst wenn es eintrifft, hat es vermutlich keine Bedeutung.

Wie ist das zu sterben? Der Moment, wenn du weißt, das war es jetzt. Im allernächsten Moment bist du tot? Und wie war das, als ich das erste Mal begriffen habe, Menschen sterben? Und kurz darauf, dass auch ich sterben werde, irgendwann?

Das war dieses Fallen, das einfach nicht aufhört (ich habe es irgendwann aus Mangel an Begriffen Angst genannt), dieses endlose abgrundtiefe Fallen, in dem sich ein Teil von mir löst und einfach nicht fassen kann, dass das wirklich ich bin, dieses kleine, ängstliche Stück Mensch, Adern und Sehnen und Knochen, von einer schützenden Schicht Haut umhüllt, die schwitzt, wenn es war ist, und friert, wenn es kalt ist, und kurz darauf ist der Moment auch schon wieder vorbei, und ich vergesse zwar nicht, dass ich sterblich bin, aber es bedeutet gerade nichts. Es ist wieder beruhigend abstrakt geworden.