Destruction of the Father Reconstruction of the Father – Louise Bourgeois

Gestern ist Destruction of the Father gekommen. Gleich der erste Satz ist aufschlussreich. Wie viele von uns hat Bourgeois keine leichte, vielmehr eine folgenschwere Kindheit erlebt. Aber sie bleibt nicht bei dieser Einsicht stehen, nicht dort, wo wir registrieren, welche Folgen bestimmte Umstände und Erlebnisse dieser Zeit noch heute für uns haben, sondern sie macht sich ihre Geschichte zu eigen, sie bedient sich ihrer magischen Kraft, die sich aus dem Dunkel und der Dramatik speisen. Nicht um (selbstmitleidig) dort zu verharren, sondern um hinaus zu gehen damit, hinaus aus sich selbst und hinaus in die Welt.

Ich heiße Louise Josephine Bourgeois. Ich wurde am 25. Dezember 1911 in Paris geboren. Der schöpferische Impuls für alle meine Arbeiten der letzten fünfzig Jahre, für alle meine Themen ist in meiner Kindheit zu suchen.

Meine Kindheit hat nie ihre magische Kraft, nie ihr geheimnisvolles Dunkel, nie ihre Dramatik verloren.

 

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23. April

L.B,., Duras, die Aichinger – als Ersatz für die Großmütter, die ich viel zu früh verloren habe.

Es passiert ja nicht einfach so, dass man unterdrückt wird. Man lässt es zu. Aus Angst. Angst vor Gewalt, oder Angst, nicht geliebt zu werden.

Und der Ausweg besteht sehr häufig (vielleicht sogar immer) darin, die Betrachtungsweise, die Art zu denken, zu ändern. Umzukehren, eine andere Richtung einzuschlagen.