Erinnerung

 

Manchmal hat sie das Gefühl, verrückt zu werden. Sie wirft Rettungsanker ans Ufer, die niemand aufzufangen bereit ist. Und so muss sie ertrinken im Meer ihrer Erinnerungen, die keiner mit ihr teilt. Die sie verschlingen.

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5 Gedanken zu “Erinnerung

  1. Ich kenne dieses Gefühl. Folgen einer Retraumatisierung?
    Festhalten kann ich mich in solchen verzweifelten Momenten nur mit Hilfe der Malerei oder der Literatur: Ich gebe dem Grauen eine Form, die sich weglegen, aufhängen, verändern oder neu zusammensetzen lässt. Das Grauen, im Moment der Formgebung eine furchtbare Qual, wird zum Spiel. Vielleicht setze ich bei meinem Spiel dem Grauen eine Clown-Nase auf, oder Hasenohren, lache darüber oder weine, aber ich bleibe Regisseur. Das Grauen liegt jetzt in meiner Hand. Ich liefere mich ihm nicht aus, ich ermächtige mich. Das ist mein Rettungsanker, ein Rettungsanker vielleicht auch für SIE….

    1. Ich beschäftige mich derzeit wieder einmal mit Louise Bourgeois und es wundert mich nicht, hier viele Parallelen zu dir und deinen Arbeiten zu finden, was du schreibst, deckt sich inhaltlich gut mit Aussagen von Bourgeois, die sich für ihre Angst schämte, es gleichzeitig als befreiend empfand, ihre Angst äußern zu können, und vor allem sagte, in ihrer Kunst habe sie nicht nur einen Ort gefunden, um ihre Ängste auszudrücken, sondern zudem einen Raum, in dem sie vollkommen angstfrei agieren konnte. Ermächtigung ist ein sehr gutes Wort, das nehme ich mit in den weiteren Prozess. Danke.

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