Ein wenig Leben – Hanya Yanagihara

Als ich angefangen habe zu bloggen, vor langer, langer Zeit, und auf einer anderen Plattform, war da einfach die Aufregung, gelesen zu werden, Texte von mir zu zeigen. Später dann, mit der Mützenfalterin, war es meine Begeisterung für Künstler, Kunstwerke, für Literatur und Sprache, die ich teilen wollte, in den letzten Jahren zunehmend meine eigene Hilflosigkeit und Traurigkeit. Das fühlte sich nie wirklich gut an und nach und nach kam dann alles zum Erliegen, ohne dass ich wirklich gewusst hätte warum, ohne dass ich diesen Dreischritt, der jetzt hier niedergeschrieben steht, verstanden oder gesehen hätte.

Dann habe ich vor einiger Zeit wenige mysteriöse Sätze über „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara auf dem Blog Lesesaal gelesen, und gestern habe ich das Buch selbst zu Ende gelesen. Ein Buch, das, so deutet es Iris in ihrem Blog ganz richtig an, sprachlos macht, und mich so begeistert hat, wie schon lange nichts mehr. Es ist mir tatsächlich so ergangen, wie es in vielen Rezensionen zu diesem Buch steht, ich bin voll und ganz eingesogen worden von der Welt des Buches. Ich habe nicht begriffen, dass „Ein wenig Leben“ übertreibt (obwohl es im Nachhinein sehr offensichtlich ist), dass es auch ein Experiment ist, über das Nichterzählen zu erzählen, über die Sprachlosigkeit und über das Schweigen der Männer, die häufig einfach keine Worte finden für das, was sie empfinden. Ich habe mich nur gewundert, wie ich mich so gefangen nehmen lassen konnte, wie ich so eingetaucht bin in das Buch, und tatsächlich regelrecht von ihm verschlungen wurde.

Aber es hat mich auch mit einer fast vergessenen Begeisterung versorgt und mit der Lust, davon zu erzählen.