Romeo

Die Zeit schloss mich ein. Wie die Dornen und der Schlaf Dornröschen in ihrem Schloss. Unter dem Fenster fremdes Lachen, dabei sollte Romeo dort stehen. Jeder hat einen Romeo verdient und jeder hat verdient, dass einer seine Geschichte aufschreibt, so wie Shakespeare es getan hätte.

Wir aber schaukeln auf und ab auf den Lianen unserer Vernunft. Kommt Schlaf, kommt Rat. Bleibt er aus, versumpft alles in Niedergeschlagenheit. Wir haben unsere Kinder geschlagen. Heute reden wir von Baustellen. Dass wir etwas aufgebaut haben, damit unsere Kinder es besser haben, wenn sie später ihre eigenen Kinder schlagen. Erst auf dem Sterbebett, während der letzten Atemzüge, erkennen wir, es hätte genügt, wir selbst zu sein. Zu uns zu stehen, wäre mehr gewesen. So waren wir Eingeschlossene der Zeit, unfähig einmal auszutreten aus all dem Haben und Sollen, um einfach zu sein. Wie der kleine Junge am Fenster, der still und selbstvergessen, nur für sich, einfach nur tanzt.