Narben

Man denkt ja nicht, dass es auch ganz anders sein könnte, in solchen Situationen und noch weniger, dass es sich ändern wird. Dass schon bald alles ganz anders aussehen wird. Weil das so ist mit der Wahrheit, wie mit diesen optischen Täuschungen. Je nachdem aus welchem Winkel man guckt, erscheint ein anderes Bild.

Das ist es, was einen so wehmütig macht, wenn man sich erinnert. Einerseits. Was einem aber auch Mut macht, weil man begreift, dass man auch über schwere Zeiten hinweg kommt. Dass selbst der schlimmste Kummer, wenn nicht vergeht, so doch wenigstens verblasst, wie eine Wunde, die sich schließt. Und die Narbe, die später an die große Verletzung erinnert, tut nur noch selten weh. Nur bei Wetterumschwung zum Beispiel.

 

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