Depression und Fahrrad

Ein Gehirn mit Depressionen, das war wie ein Fahrrad mit einem kaputten Tretlager. Man konnte strampeln, wie man wollte, aber man kam doch nicht vom Fleck.

Frieder aß ziemlich hastig und viel. Er war immer als Erster fertig. Dann schob er den Teller von sich weg und sagte: „Ich bin satt. I am sad.“

(Auerhaus – Bov Bjerg)

Ich bin in der Beziehung ein wenig borniert. Wenn Bücher allzu einhellig, allzu euphorisch besprochen werden, mache ich gewöhnlich eher einen Bogen um sie. Um dann immer wieder, wenn ich über Umwege doch noch zum Lesen gekommen bin, festzustellen, dass einhelliges Jubeln nicht automatisch bedeuten muss, dass das, was bejubelt wird, mittelmäßig ist.

Auerhaus habe ich jedenfalls sehr genossen. Sicher auch, weil der Jahrgang stimmt, weil die Menschen, die in diesem Buch, traurig und verzweifelt, verrückt und phlegmatisch sind, das in genau der Zeit sind, in der auch ich das alles gewesen bin. Aber darüber hinaus ist es ein schönes Buch über Freundschaft und Jungsein, Scheitern und Tod.

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3 Gedanken zu “Depression und Fahrrad

  1. Dieses Buch kommt nun auf meine Bücherliste, du hast mich neugierig gemacht, es könnte gerade für jetzt richtig gut sein!
    herzlichen Dank und Gruss, liebe Elke
    Ulli

  2. Ging mir zuletzt mit Elena Ferrante, Meine geniale Freundin so. Dieser Hype um Buch und Autorin! Abtörnend für mich. Als ich es schließlich doch las, war es ein einziger Genuss. 🙂

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