Marina Abramovic

Zum 70. Geburtstag der großen Performance Künstlerin, meine Besprechung ihrer kürzlich erschienenen Biografie.

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15 Gedanken zu “Marina Abramovic

  1. Liebe Elke, ich hatte auch überlegt, das Buch zu lesen. Tatsächlich aber hat es mich abgeschreckt, da das Buch ja von einer Co-Autorin geschrieben wurde. Damit steht und fällt ja auch der Inhalt. Nach deiner Besprechung sehe ich klarer. Danke!

  2. Liebe Elke,
    eine gute und wahre Besprechung, du beschönst nicht und das weiss ich zu schätzen. Das andere ist immer und immer wieder, dass wir bestimmte Menschen auf einen Sockel stellen und dann stürzen wir sie, wenn wir mehr erfahren-
    Selbstvermarktung, wie anders kann eine Künstlerin, ein Künstler überleben? Etwas anderes ist Geld, das anderen zusteht, für sich zu behalten-
    herzliche Grüsse
    Ulli

    1. Ich sehe einen großen Unterschied in Selbstvermarktung und darin Geld für seine Kunst zu verlangen. Das, da hast du recht, muss jeder Künstler tun, sollte sie auch! Denn natürlich hat die Kunst ihren Wert. Anders ist es, wenn es nicht mehr um das Werk geht, sondern die Person selbst auf eine mir unangenehme Weise in den Vordergrund tritt. Aber du hast natürlich Recht, das sagt mehr über mich aus, als über die Künstlerin.

  3. Ich mag Abramovic, das vorweg, und ich finde einiges, das sie gemacht hat fasznierend. Aber, das dequalifiziert mich jetzt vielleicht etwas, denn bei ihr scheint es ja ein Entweder-Oder zu geben, durch diesen Kult, ich gebe zu, ich kam über Ulay „zu“ ihr und einiges, was er über sie sagt, unter anderem in „Whispers: Ulay on Ulay“ – das ist auch eine Art Biografie, aber er sagt von Anfang nicht, er hätte sie geschrieben, es ist ganz offen als ellenlanges Interview von Allessandro Cassin mit ihm konzipiert und auch so verfasst, also immer Frage-Antwort-Frage-Antwort -, scheint wahr zu sein, wo ich am Anfang dachte, es ist nur mein Misstrauen gegenüber Leuten um die so ein Kult gemacht wird. Ich habe Ambramovics Buch noch nicht gelesen, aber deiner Rezension nach zu urteilen ist das nicht alles nur objektiv von Ulay empfunden, sondern kommt wohl auch im Buch durch. Vielleicht finde ich es ja irgendwann gebraucht. (Ich habe mich als die Veröffentlichung bekannt gegeben wurde schlau gemacht, ich kann es mir derzeit nicht leisten.) Für das Ulay Buch habe ich damals eine Woche Lebensmittel rationiert und anders eingespart – sagt viel aus darüber, wie sehr mich das jetzt anspricht. Herr U(we) Lay(siepen) widerrum hat mich damals aus einer kreativen Blockade katapultiert durch seine Art zu berichten.

    1. Ja, dieses Buch von Ulay wollte ich auch unbedingt lesen, und es geht mir ähnlich wie Dir. Ich kann es mir gerade nicht leisten. Es ist schade, dass die gescheiterte Beziehungsgeschichte so viel in die Arbeit der beiden großen Künstler hinein spielt, ich denke ihre Arbeiten sind jede für sich sehr gut, inspirierend und erhellend, aber vermutlich sind wir als Publikum, als Gesellschaft, nicht unschuldig daran, dass manchmal mehr über das Private geredet wird, als über die Kunst.

      1. Ich habe deine Mail bekommen, ich schreibe dir deshalb noch, ich komme nur dummerweise seit gestern nicht in mein Postfach (temporarily down wie das so schön heißt).

        Aus dem Kopf (also nicht extra nachgelesen): Ulay sagt in dem Buch zum Interviewer Alessandro Cassin, dass die Erwartung der Leute, ihn und Marina Abramovic als eins zu sehen mit dazu geführt hat, dass die beiden sich irgendwann gehasst und letztlich getrennt haben. Das ist nur menschlich, bei so eine symbiotischen Beziehung wie er sie beschreibt (er nennt sie auch symbiotisch) geht das Selbst zwangsweise Schaden und irgendwann merkt man aber ja doch, dass man auch noch man selber, hier eben Uwe und Marina einzeln mit eigenen Gedanken, Gefühlen und Bedürfnissen ist, ist.

        Kennst du das Buch von Thomas McEvilley über die beiden? Das ist auch etwas, das ich schon länger möchte, wenn ich Glück habe, bekomme ich das an Weihnachten gebraucht.

  4. Das Problem ist, dass man als Performance Künstler/in eben tatsächlich selbst in den Vordergrund treten muss und da der Unterschied zwischen Selbstvermarktung und dem angenehmeren Pendant (ich finde kein Wort dafür) vielleicht schwieriger zu unterscheiden ist. Dass sie Ulay noch Geld schuldet, hört sich im Nachhinein sehr traurig an. Aber ich kann mir bei ihr sogar vorstellen, dass sie einfach mit aller Radikalität eine Trennung von ihm durchziehen und ihn deshalb auch nicht erwähnen wollte. Vielleicht bin ich aber auch zu rosarot, was sie angeht. Das Buch möchte ich glaube ich bald lesen … Ambivalenz ist ein unbequemes Gefühl; umso mehr weiß ich es zu schätzen, wenn man es empfindet, ohne dass man sich selbst in die eine oder andere (eindeutige) Richtung kippt, um sich wieder besser zu fühlen.

    1. dieser „Streit“ zwischen ihr und Ulay ist so eine Sache, die ich lästig finde, weil ich denke, eigentlich sollten sie das privat untereinander ausmachen, und weil ich denke, es tritt in den Vordergrund, weil unsere Gesellschaft sich häufig mehr für diese Dinge interessiert, als für die Kunst der beiden, die ganz sicher mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Es gibt auf jeden Fall sehr viele Zweifel, wenn man liest, wie unterschiedlich Begebenheiten von Ulay oder eben von Abramovic beschrieben werden.
      Mit der Ambivalenz hast du Recht, vielleicht ist das sogar eine der besonderen Auszeichnungen, dass Abramovic Kunst eben genau das auslöst im Betrachter, Ambivalenz, weil sie sich dem selbst aussetzt.

      1. Ja, ich verstehe dich. Und es tut mir ein wenig „weh“, weil ich immer an diese Szene denken muss, als Ulay sich bei ihrer Performance auf den Stuhl gesetzt hat. Ich fand ihn dabei im Gesicht nochmal schöner als sie, weil er so nackt und hilflos war neben ihrer ganzen darstellerischen Perfektion.

        Man darf bei ihr nicht vergessen, dass sie neben ihrer beeindruckenden Art auch ein sehr harter Mensch sein kann, dass sie auch eitel ist und sicherlich auch von einer cholerischen Sturheit gefangen wird – manchmal.

        Ich frage mich, was ein Mensch sein muss, damit ich ihn nicht mehr respektieren kann – und ich glaube, Habgier ist so eine Sache, die ich ihr nicht verzeihen könnte.

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