Fragen

Was ist eine Anschauung und was unterscheidet sie vom Zweifel? Wer kleidet die Gedanken in Worte und wer zieht sie wieder aus? Was geschieht mit der Zeit, die vergangen ist? Wer bewahrt sie auf? Und wo? Oder ist sie restlos verbraucht und kommt doch immerzu als ruheloser Geist auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind?

Wie ging das erste Lied, und wer hat es gesungen? Was geschieht, wenn wir hörten könnten, wie es verklungen ist?

Was, wenn alle Lösungen von der Erlösung wegführen? Wie nimmt man den Schmerz an, und hat einander doch lieb?

Es gibt keine Weisheit, nur diejenigen, die den Zweifel aushalten, und einige begnadete andere, die von ihm verschont bleiben, ein seltsam unvollständiges Leben lang.

7 Gedanken zu “Fragen

  1. Das ist es. Immer wieder der Versuch, die Fragen lieb zu haben. Und den Zweifel nicht über das Licht zu legen. Danke für diesen tollen Text heute morgen.

  2. Das sind Fragen, die ich ähnlich auch kenne. Vor allem jene, wo es um Definition und Abgrenzung geht (Wo fängt der Zweifel an?) Gibt es gleitende Übergänge gar?
    Und das Lied? Welches ist meins, das erste und das für immer?

    Danke für das Herz- und Denkfutter.

  3. Nun lese ich Deine Fragen zum zweiten Mal und finde und finde keinen Zugang zu ihnen. Wahrscheinlich stellen sie sich mir (derzeit) nicht (mehr), bis auf die eine, wie man den Schmerz annimmt und sich doch lieb hat. Das ist ein Spagat.

    Je älter ich werde, desto mehr empfinde ich, dass ich mir mit solchen Fragen Lebensqualität und vor allem Zeit raube, es mir schwer mache, was leicht sein könnte. Die Antwort für mich auf alles ist: Endlichkeit und daraus resultierend Bedeutungslosigkeit, Irrelevanz. Beklemmend und befreiend, je nach Blickwinkel. ich versuche mich frei zu machen, frei zu sein. Dies Freiheit zu ertragen ohne das stützende Korsett und das belastend vertraute Joch der Angst und des Zweifels.

    Warum schreibe ich das hier hin? Ich weiß es nicht.
    Ein merkwürdiger Tag heute.

    1. Ich bin froh, dass du sie hier aufgeschrieben hast, deine Antwort und Zweifel. Heute morgen, als ich, obwohl ich dazu gar keine Zeit hatte, einfach in den Wald gelaufen bin, und prompt auch noch die Sonne die grauen Wolken verscheucht hatte, ist mir folgender Satz in den Sinn gekommen: Es geht alles vorbei, aber nichts geht verloren. Ja, wirklich ein merkwürdiger Tag heute.

      1. Ein schöner Satz! Und ich möchte ergänzen: es muss vorbei gehen, damit wir es erleben können. Stillstand ist Tod und Leben ist vergänglich.

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