Marina Abramovic

Zum 70. Geburtstag der großen Performance Künstlerin, meine Besprechung ihrer kürzlich erschienenen Biografie.

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Paradox

Im Traum drei Mal die Kontrolle über das Auto verloren. Es kam ins Schleudern, drehte sich immerzu um sich selbst, ohne dass ich eingreifen konnte.

Der Sinn auf den letztendlich immer wieder alles hinausläuft, ist das Paradoxe zu ertragen, hinzunehmen, zu akzeptieren, aus dem unser Leben nun einmal besteht. Alles hängt miteinander zusammen, also hat auch alles miteinander einen Sinn, ohne Zusammenhang erscheint wiederum alles sinnlos, solange die Zusammenhänge verleugnet, oder nicht erkannt werden, sieht alles beliebig aus. Später erst, oder wenn einen die richtige literarische Flaschenpost erreicht, fügen sich manchmal die disparaten Scherben zu einem bedeutungsvollen Ganzen.

Ist das paradox? Oder einfach nur eine sehr schwerwiegende Voraussetzung?

Aus Schweigen

Hier und da ist einer, der traut sich was. Ich aber, schweige mich aus. Als wäre das ein altes Hausmittel gegen Grippe. Als würde man so eine Krankheit los, und gewänne Gesundheit zurück.

Bewegung

Auf einmal konnte sie wieder gehen. Einfach weil sie darauf vertraute, dass ihre Schritte gut genug sein würden für den Boden, der sie nicht nur ertrug, sondern trug. Und ihr Widerstand entgegen setzte, wo es notwendig war, und sie weich auffing, wenn sie stolperte und fiel. Denn das Gegenteil von Angst ist nicht Mut, sondern Vertrauen.

Vergänglichkeit

Bei den Eltern trauert man um die Vergangenheit, wenn der Partner oder ein Kind stirbt, wird einem Zukunft genommen. Die Trauer scheint nach dieser Logik in unterschiedliche Richtungen zu laufen. Macht das einen Unterschied? Für die Intensität der Trauer, den Schmerz an sich? Oder sind es nur unterschiedliche Erklärungen für das gleiche Gefühl?

Ich bin besessen von der Angst, der Vergänglichkeit. Und dem Scheitern beim unermüdlichen Versuch, eine Lösung zu finden. Dieser Angst mit Vertrauen zu begegnen, der Vergänglichkeit mit Annahme, Hingabe, Präsenz.

23. November

Das Seltsame ist, wie sie bis dahin angenommen hatte, dass alles linear verläuft, dass das Leben so etwas ist, wie ein langer gerader Weg.

Weil es richtig und falsch gab, und eine stetige Zunahme an Weisheit, als Fähigkeit, alles richtig zu machen.