Überfluss

Heute vor fünf Jahren, erinnert mich WordPress, habe ich diesen Blog begonnen. Damals, erinnere ich mich, war Bloggen noch aufregend. Immer wenn ich einen Artikel freigab, war ich ein kleines bisschen aufgeregt, freute mich auf Reaktionen und Kommentare, war neugierig darauf, was anderswo in den Blogs passierte. Obwohl WordPress viel viel größer und unübersichtlicher war als twoday, wo ich zuvor meinen Blog hatte, hatte ich nicht das Gefühl der Überforderung oder Überschwemmung. Es war eine Fülle aus der ich schöpfen konnte. Wann und vor allem warum daraus eine Flut wurde, die mich unter sich begrub, und meine Neugier wegschwemmte, bis da nur noch ein riesiger Überdruss war, weiß ich nicht. Ich glaube es hat sehr viel weniger mit der Plattform, der Vielzahl von Blogs oder gar deren Inhalt zu tun, als mit mir selbst.

Und ich erzähle das alles hier auch nur, weil ich merke, dass sich langsam wieder etwas ändert, ich bin wieder neugierig, ich habe wieder Lust, selbst etwas zu erzählen und beizutragen. Es gibt sogar ganz konkret eine neue Idee, an der ich langsam aber beständig arbeite, und die ich hoffentlich bald hier präsentieren kann. Vielleicht hat dann die eine oder der andere von euch Lust an diesem Projekt mitzuwirken. Wir werden sehen.

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15 Gedanken zu “Überfluss

    1. Ja, das spielte gewiss auch eine große Rolle bei mir. Und ich glaube sogar, dass das gut und angemessen ist, manchmal, so lange es eben dauert. Ich weiß noch, wie ich an dem Tag des Münchner Attentats nach Hause kam, sehr inspiriert von einer wunderbaren Ausstellungseröffnung von Anohni, bei der ich sogar die wunderbare Marina Abramovic sehen durfte, und dann zu Hause von meinen Söhnen mit dieser Nachricht empfangen wurde. Sofort war alles Schöne ausgelöscht, jegliche Lust, etwas darüber zu erzählen, verschwunden.

      1. ja. solche momente hab ich auch immer wieder – vieles, was mich freut und anregt vergeht im schatten einer aktuellen schreckensnachricht. hab auch in der arbeit mit aus den hunger- und schreckensländern der welt geflüchteten kindern/familien zu tun, was es mir manchmal schwer macht, mich unbefangen in meinem stückchen normalität aufzuhalten …

      2. Ja, die Unbefangenheit geht verloren, wird immer schwieriger. Und das ist vielleicht das Perfideste an der ganzen Sache, dass wir nicht nur mitleiden mit vielen der „Opfer“ welcher Gewalt auch immer, sondern uns obendrein noch schuldig fühlen, weil wir nicht betroffen sind. Dass die Terroristen es so irgendwie schaffen, dass wir uns schuldig fühlen, ich glaube darüber gäbe es noch sehr viel zu sagen und nachzudenken.
        Wunderschön übrigens, dein Text im Maulkorb.

      3. ja, es entsteht (in mir, gelegentlich) eine diffuse angst davor, mich zu freuen, die glücklich momente zu genießen; als müsste ich wie polykrates einen ring ins meer werfen, zur sühne für mein gutes leben – das andererseits doch auch wieder nicht ohne wunden und narben ist … wie du sagst: ein großes thema, viele schichten.

        danke dir für die wertschätzung des maulkorb-textes.

  1. Herzlichen Gückwunsch, liebe Elke!
    5 Jahre sind schon eine lange Zeit. Es gehört eine Menge Disziplin dazu, sich nicht von der Vielfalt des Netz erdrücken zu lassen.
    Einen schönen Samstag wünscht dir Susanne

  2. Fünf Jahre ist wirklich eine Leistung: Herzlichen Glückwunsch! Ansonsten: Leben ist Durcheinander. Schönes und das pure Grauen liegen direkt nebeneinander. Das miteinander zu teilen, ist vielleicht etwas, was Blogs besonders gut können. In diesem Sinne: Fortsetzung dringend erwünscht 😉

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