(31)

Ich mag diesen Wind, M´s Unabhängigkeit, seine Sanftheit. Ich mag die Stimmen, die von der Straße zu mir hochwehen und die Vorstellung, dass das alles noch da sein wird, wenn ich längst tot bin.

(30)

Ich kann nicht aufhören, mir Geschichten zu erzählen. Von früher. Nie von es wird einmal. Alle meine Geschichten beginnen mit „es war einmal und wird nie wieder“.

 

 

 

11. Mai

Barfuß in der Küche stehen, Frikadellen kneten. Das Vater-Mutter-Kind-Spiel von früher. Nur das es jetzt echt ist. Die Kinder echte Kinder, das Essen echtes Essen. Und das Spiel?

Zeit und Staub

Das Kind steht da. Nimmt die Hand der Mutter. Lässt die Hand der Mutter los. Spielt mit der Zeit. Wartet, dass die Zeit vergeht. Verschmilzt mit der Zeit. Wächst aus der Zeit heraus. Verliert sich. bindet sich und löst sich. Beginnt zu fliegen und versinkt im Boden. Vergisst sich. Wird zu „wahnsinnigem, glücklichen Staub“.

(28)

Vielleicht könnte es so einfach sein, sich wieder lebendig zu fühlen; sich selbst befragen, nichts erwarten, aber wahrhaftig sein, und zu sich selbst stehen (zu seinen Grenzen und Schwächen), in guten wie in schlechten Zeiten.

Ich wünschte ich könnte mich bewegen in der Formlosigkeit der Zeit. Statt dessen lasse ich mich bewegen, ständig auf der Suche nach Form, in der Hoffnung auf Halt.