Anne Sexton

Ich lese ein Gedicht von Anne Sexton und es ist nicht notwendig, irgend etwas zu verstehen, weil ihre Worte mich treffen. Sie ersteht auf, ist lebendig für diesen Moment und es ist ihre Stimme, die mir das Gedicht vorliest, mit einem schmerzlichen Lächeln. Ganz kurz sehen wir uns an, bevor sie wieder verschwindet.

Anne Sexton lesen, ist den Tod berühren, die eigenen Wunden aufreißen, keinen Trost erwarten und in dieser Trostlosigkeit etwas einmaliges zu finden. Vielleicht so etwas wie Wahrheit.

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3 Gedanken zu “Anne Sexton

  1. Gut auf den Punkt gebracht, was eine*n Klassiker*in lebendig hält. Ich glaube auch, dass die Fähigkeit eines Textes, auch nach Jahrzehnten oder Jahrhunderten noch Glut zu entwickeln, mit der Stimme zusammenhängt. Wer seine Stimme verstellt, und sei es noch so kunstvoll, wird eines Tages nicht mehr mit Gewinn gelesen werden, aber die echte Stimme, in der eine Persönlichkeit bebt, kann immer abgerufen werden, und sie wird immer frisch klingen. So eine Stimme stimmt, wann immer jemand ein Ohr für sie hat (so wie Du jetzt bei Anne Sexton).

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