Stolpern, Scheitern, weitergehen…

Irgendwann habe ich angefangen zu glauben, ich hätte meine Zähne verloren. Ich fing an nur noch diesen Brei aus Verständlichkeit zu kochen. Und je mehr ich verstand, um so mehr fürchtete ich mich vor unverständlichen Resten. Das, was Literatur schließlich ausmacht. Ich verlernte meine Zähne zu benutzen und verlor den Geschmack an allem, was ich nicht mehr durchdringen konnte, vor lauter Verstand, Verstehen. Weil dieses Verstehen lähmt, weil es dich festhält auf einem Standpunkt, den jede Frage, jede unbedachte Bewegung ins Wanken bringen könnte, zum Einsturz.

Und dann kam dieses Experiment. Express. Und ich war gezwungen, mich wieder zu bewegen. Das war mühsam und anstrengend, am Anfang bin ich ständig gestolpert. Aber ich glaube, es lohnt sich. Ich werde versuchen weiter zu gehen.

 

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7 Gedanken zu “Stolpern, Scheitern, weitergehen…

  1. Wunderbar, liebe Elke, mach unbedingt weiter! Manchmal tut jeder kleine Schritt schon weh, ach, wie ich das kenne, aber Bewegung hält uns am Leben, jede neue Idee ist Herausforderung für die Lebenslust und immerhin besteht die Möglichkeit, daß sie zu Freude wird! Ganz liebe Grüsse, Margarete

  2. Zunächst einmal bin ich wieder begeistert von deinem Wortbild, dann gehe ich mit der Frage, wie man über etwas reden soll, was man nicht versteht … ich kenne dieses intuitive Verstehen, irgendwo in mir, ohne, dass ich dann Worte dafür hätte und nun frage ich mich, warum ich denn dann darüber reden sollte, ausser vielleicht zu sagen, das hat „etwas“ in mir bewegt oder lies doch selbst mal …
    ja, und unbedingt weitergehen … nicht aufgeben, never …
    herzliche Grüsse
    Ulli

  3. Was für ein spannendes Experiment! Wie mutig du dich darauf eingelassen hast. Yevgeniy Breygers Fazit brachte es für mich auf den Punkt: Die Herausforderung und die Chance, die dieses Format bedeutet. Sich auf ein Gespräch einzulassen, sich ihm zu stellen, heißt ja auch, sich als Lernende(n) und Suchende(n) zu begreifen. Und es heißt, sich preiszugeben, auch auf die Gefahr hin, Erschütterungen zu erleben, Gewissheiten zu verlieren.

  4. Was für grandiose Dichter sich in diesem Land tummeln, man möchte sie alle knuddeln, aber was für ein Glück, man vergisst ihre namen so schnell wieder und ihre Gedichte ohnedies

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