Karin Kneffel

Karin Kneffel, 2012
Karin Kneffel, 2012

Diese zum Teil sehr massiven Wassertropfen hätten das Bild durchaus zerstören können. Und vielleicht ist es nicht zuletzt dieses bewusste Eingehen des Risikos zu scheitern, dass Karin Kneffels Bilder für mich so anziehend macht.

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15 Gedanken zu “Karin Kneffel

  1. Liebe Elke,

    Wieder so ein phantastisches Bild von Karin Kneffel. Danke dafür.
    Aber das Risiko des Scheiterns sehe ich darin nicht, lese es aber immer mal wieder bei dir.

    Es ist wohl etwas, das „wir“ eingehen müssen, egal ob es um Liebe oder um Literatur und Kunst geht, um „uns“ selbst treu zu sein und nicht jeden Lebenstraum ad acta zu legen, um auf einer scheinbaren sicheren Seite zu sein, die uns am Ende bereuen lässt nicht das getan zu haben wovon wir träumten. Und ist es nicht viel mehr so, dass „uns“ etwas treibt, sodass wir schreiben, malen oder was auch immer noch tun müssen, nicht umzu, sondern weil wir so gestrickt sind?

    Verzeih das wir und uns, ich denke dabei mehr an alle Kunstschaffenden und Schreibenden, als direkt an mich und dich, daran aber auch!

    herzliche Grüsse
    Ulli

    1. Danke Ulli, für Deine Bemerkungen. Ich wollte auch mit meinem Begleitsatz eher genau das ausdrücken, was du auch ansprichst, nämlich die Notwendigkeit dieses „Risikos“, eben zu tun, was wir fühlen, tun zu müssen, statt sich auszurichten an dem, was sicher, richtig und angemessen erscheint.

  2. Für mich sind die Tropfen genau so wichtig wie die Geschichte, die die schrubbende Frau mir erzählt.
    Ich mag das Bild und deine Gedanken dazu. Scheitern ist schon lange ein Thema für mich.

    1. Ja, letztendlich machen eigentlich die Tropfen erst das Bild aus, machen so besonders und faszinierend. Ich liebe ja diese Bilder von Kneffel ganz besonders wegen des Wassers, das in allen möglichen Aggregatzuständen auftaucht, aber so zu malen, ist doch auch unglaublich mutig, oder?

  3. „Scheitern“, auch wenn ich es in dem Fall nicht so nennen würde, kann auch Teil eines Prozesses sein. Etwas passiert und der Erschaffende schaut was passiert und das Ergebnis ist dann das Ergebnis, weil es nicht in seiner Hand liegt. Ich weiß nicht ob ich das verständlich machen kann. Es ist noch mal was anderes als dass ich zum Beispiel einmal ohne zu Wissen was passiert aber willentlich und mit dem Vorsatz das Werk zu verändern über Leinwände (er malt) vom Mit-Künstlers spaziert bin. Wir wollten wissen ob die Abdrücke sich einprägen. Nun bin ich ja keine Feder sondern ein Mensch, das heißt – wie gesagt das ist was anderes wie das oben von mir gemeinte – wir wussten die ganze Zeit, die Wand trägt mich sehr wahrscheinlich nicht. Sie hat es getan, aber es gab Löcher(chen) und Risse. Gehörten aber dazu.

  4. es erzählt mir, dass diese frau sich den rücken kaputt schuftet, der alltag sie auffressen will. und doch ist sie voll hoffnung, sie ist schön und stolz. vielleicht ist das putzen der brotjob, der sie und ihre kinder ernährt. aber ihr leben ist mehr, ist bunt und kreativ. sie träumt vom meer, wo sie eines tages einfach nur ihren alltag genießt.

    ich mag es immer wieder ansehen. 🙂

  5. Ein wunderbares Bild, das in mir mannigfaltige Fragen nach der Vergänglichkeit und/oder Vergeblichkeit unseres Tuns aufwirft. Manche Tropfen wirken wie Flecken, andere wie Tränen, der eine gar wie ein veredelndes Schmuckstück. Hätte sich die Künstlerin auf eine Antwort festgelegt, wäre das Bild in seiner Bewegung vielleicht erstarrt, so aber fließt sie in verschiedene Richtungen und Räume…

  6. das „bewusste eingehen des risikos zu scheitern“, ja, das ist definitiv etwas, aus dem richtig gutes entstehen kann. etwas mit aussage, nichts glattgebügeltes, sondern etwas echtes. (so empfinde ich auch dieses bild, ganz wunderbar.) der mut zum scheitern gebiert kunst! und ehrlichkeit.

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