Das eigentliche Schreiben ist eine Zärtlichkeit

Möglicherweise bin ich ungeduldig. Ebenso möglich erscheint mir die Annahme, dass das Buch, mein Buch, von dem ich so lange geträumt habe, von dem ich immer noch weiß, dass es gut ist, ein Flop ist. Nicht gebraucht, nicht gelesen, geschweige denn gekauft wird.

Das klingt, als wollte ich Zuspruch, Ermutigung. Sätze wie: du musst Geduld haben, das kommt schon noch, all die Beispiele von späteren Literaturnobelpreisträgern, deren erstes Buch ein totaler Reinfall war. Vielleicht will ich das auch. Aber eigentlich will ich etwas anderes. Viel Schwierigeres; nämlich an den Punkt kommen, an dem es mir egal ist. Wo nicht länger die Rezeption eine Rolle spielt, sondern nur noch das Geschriebene. Meine Haltung. Nur, dass das eigentliche Schreiben eine Zärtlichkeit ist (in Anlehnung an Fernando Botero).

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