Jesse Thoor

Ulrike Almut Sandig hatte auf der Veranstaltung in Detmold, von der ich unlängst berichtet habe: , als eines ihrer liebsten Gedichte „In einem Haus“  von Jesse Thoor gewählt. Ein scheinbar kindlich naives Gedicht. Vor allem aber ein Gedicht von überwältigender Schönheit. Ein wenig so wie die Bilder von Karin Kneffel, die eine große Schönheit zeigen, sich darin aber nicht erschöpfen. Außerdem gibt es noch diesen doppelten Boden, eine Verunsicherung, die Erinnerung daran, dass wohl nichts auf dieser Welt so ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Das das Sichtbare nur ein schwacher Abglanz von dem ist, was sich unter der Oberfläche verbirgt.

Thoors Gedichte sind Lieder einer Sprache, die sich nur der Worte bedient, die übrig bleiben, wenn einer so verzweifelt nach der Wahrheit sucht, dass es ihm gelingt, sämtliche Selbstliebe zu überwinden.

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