Lost memories

Lost memories (1)
Lost memories (1)

Ich habe, lange schon, eine Schwäche für alte Fotografien. Es gibt kaum Dinge, über die ich mich mehr freue, als alte Fotos anzuschauen, obwohl ich häufig weder weiß, wo sie aufgenommen wurden, noch wann, geschweige denn von wem. Ich weiß nicht einmal, was mich eigentlich so fasziniert an diesen Bildern. Vielleicht ist es einfach nur die Tatsache, dass Erinnerungen in sie eingeschlossen sind, die für immer verloren sind.

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11 Gedanken zu “Lost memories

  1. Der Blick in eine andere, vergangene Zeit. Was möchten sie gedacht haben, die Photographen, die Photographierten. Was war ihr Schicksal, wie meisterten sie es?
    Darum liebe ich vor allem Photos von Fremden, mir Unbekannten. Sie lassen der Phantasie freien Lauf und sie belasten nicht mit persönlichen Erinnerungen. Bei denen wir mir oft zu wehmütig und der Ausgang der „Story“ ist bekannt – meistens.
    Ein gutes Büchlein zu diesem Thema ist Wilhelm Genazino: Aus der Ferne – Auf der Kippe, Bilder und Texte.
    Du wirst es eh kennen. Und natürlich Barthes, Die dunkle Kammer.
    LG Erich

    1. Den Aspekt der Freiheit, der sich gerade dem, was ich verloren genannt habe, verdankt, habe ich tatsächlich erst durch die Kommentare hier verstanden. Ein großer Gewinn. Ebenso wie das von Genanzino genannte Buch, das ich nicht kenne, aber das werde ich ändern. Danke für den Hinweis.

  2. Es ist beides, finde ich, zum einen sind es die Erinnerungen, die verloren sind, und dann die, die geweckt werden … bei diesem Bild purzeln die Erinnerungen nur so vor meinem inneren Auge herab!
    herzlichst Ulli

  3. Eingeschlossene Erinnerungen, die für immer verlorenen sind… darüber muss ich noch nachdenken. Kapseln vielleicht, in denen Zeitzeugnisse konserviert sind… wie in Bernstein. Nicht verloren und doch irgendwie isoliert, aus dem Kontext unseres persönlichen Gedächtnisses gerissen, dafür aber vielleicht in einen größeren Zusammenhang gerückt?

    1. So ähnlich stelle auch ich es mir vor. Erinnerungen, die aufbewahrt werden in einem kollektiven Gedächtnis vielleicht, einer Art Cloud. Nicht unbedingt konserviert, wie in Bernstein, eher archiviert, und die sich jederzeit wieder verflüssigen lassen. Die aber auch schon zu „ihrer“ Zeit Motive herausgebildet haben, die Handlungen nach sich zogen, die bis heute nachwirken, so, wie alles nachwirkt, auch das Leben der Einzeller in der Ursuppe.
      Auch mich nehmen alte Bilder gefangen, und je älter ich werde umso größer wird das Gefühl der „Bruderschaft“ (Schwesternschaft), mit den Verstorbenen, deren Schatten sich eingebrannt hat für alle Zeiten, und über den wir heute hier nachdenken und sprechen.

      1. Darauf wollte ich hinaus, zauberhafte Tikerscherk! Das Bild vom Bernstein mag ich zwar, im übrigen gefällt mir archiviert aber viel besser als konserviert…

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