Leslie Jamison – Die Empathie – Tests

Vielleicht ist Empathie die Fähigkeit, oder vielmehr die Bereitschaft, darauf zu verzichten, um jeden Preis Zusammenhänge herzustellen. Zu ertragen, dass Ursache und Wirkung im Dunklen bleiben, die sichtbaren Bruchstücke nicht zueinander passen, und nichts logisch aus dem anderen folgt, aber dennoch existiert. Dass es Dinge gibt, die es eigentlich nicht geben sollte. Und das alles, obwohl wir Gründe brauchen, um den ausgestellten Gefühlen zu folgen, damit wir Mitgefühl entwickeln können und nicht sofort auf Abstand gehen, uns nicht augenblicklich, unwillkürlich distanzieren… aus der Rezension von Leslie Jamisons großartigen Essays in „Die Empathie – Tests„.

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3 Gedanken zu “Leslie Jamison – Die Empathie – Tests

  1. -M- Ursache und Wirkung bleiben im Dunkeln? Manchmal versteht man es nicht sofort, aber ich mache die Erfahrung, dass es sich doch immer wieder entschlüsselt, manches braucht Jahrzehnte …
    Empathie … kann ich nur dann spüren, wenn ich ehrlich mit mir bin und meine Gefühle und Emotionen ehrlich betrachte, so wie mein Tun, von hieraus ist Empathie möglich. Nehme ich das klassische Beispiel des Mörders, der Mörderin, nein, ich bin keine, aber ich kenne Mordlust und töte z.B. mich nervende Mücken, also bin ich eben doch eine Mörderin …
    es geht ja nicht ums 1:1- ich glaube das genau hier viele Missverständnisse wohnen, bei der Empathie ebenso, wie bei dem, was wir Spiegel nennen.

    herzliche Grüsse

  2. Danke für den Verweis auf Leslie Jamison.
    Besonderns interessant fand ich die Fußnote, in der es um die Attraktivität weiblichen Leidens geht.

    Überhaupt finde ich hier immer wieder gute Anregungen über die ich oft noch lange nachdenken muss.

  3. Leslie Jamison, ja! Hab in der „Edit“ (Nr. 67) einen Auszug aus den Empathie-Tests gelesen, nämlich den Essay „Reisen in den Schmerz“, Pain Tour(ismu)s, und diese Leseprobe war mir so eindringlich, dass ich auch darüber schreiben wollte (auf meinem Blog halt) und auf das Buch empfehlend hinweisen – was mir bis jetzt aufgrund meiner chronischen Zeitnot leider nicht gelungen ist. Umso mehr freut es mich, diese Rezension vorzufinden, zu sehen, dass das Buch offenbar auch andere (Dich!, die Du es nicht nur auszugsweise gelesen hast) ähnlich anspricht wie mich. – Besonders wichtig finde ich auch die Unterscheidung von Mitleid und Mitgefühl. – Liebe Grüße!

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