Manuel Jorge Marmelo trifft Joao Ricardo Pedro

Manuel Jorge Marmelo bei den Poetischen Quellen 2015
Manuel Jorge Marmelo bei den Poetischen Quellen 2015

Letztes Jahr war ein spanischer Autor bei den poetischen Quellen, Ricardo Mendez Salmon, er wurde befragt, ob es in Spanien ebenfalls Lesungen wie die bei den poetischen Quellen gäbe, diese Frage wurde auch den beiden portugiesischen Autoren gestellt; nein, auch in Portugal ist es nicht üblich, dass ein Autor mit seinem Buch durch das Land tingelt, um daraus vorzulesen, allerdings berichten Marmelo und Pedro von einem „Boom literarischer Festivals“ in Portugal.

 

Von beiden Autoren wird im Zusammenhang mit ihren Büchern, die Geschichte kolportiert, in ihrem Fall habe die Literatur von der wirtschaftlichen Krise profitiert. Sowohl Marmelo, der neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit ein bekannter Journalist in Portugal ist, als auch Pedro, der als Ingenieur gearbeitet hat, waren arbeitslos bevor ihre Bücher, die an diesem Abend vorgestellt werden, sie bekannt machten. Und wenn man diese Geschichte glauben will, kann man durchaus eine Verbindung nicht nur zu den Thesen Ordines herstellen, sondern sogar die eigene These aufstellen, dass es die Kraft der Illusion ist, die die Wirklichkeit schließlich verändern kann.

Sowohl Marmelos als auch Pedros Roman erzählen fantastische Geschichten, die sich allerdings in einem realen geschichtlichen Rahmen abspielen, einmal geht es um die Geschichte Portugals, einmal um die eines ungarischen Juden.

Joao Ricardo Pedro bei den poetischen Quellen 2015
Joao Ricardo Pedro bei den poetischen Quellen 2015

 

Pedro sagt von seinem Buch, das u.a. die Geschichte Portugals zu reflektieren versucht, er habe die Beziehung zwischen kollektiver Geschichte und der Geschichte des Einzelnen begreifen wollen, er wollte wissen, was sein Erbe an der portugiesischen Geschichte ist. Es ist ein wunderbares Buch, geschrieben in einem sehr eigenen poetischen Stil, das unterschiedliche Perspektiven auf die selben Personen wirft, der ungerechte, grausame Vater, ist ein wunderbarer Großvater und ein gütiger Arzt, das Buch lebt nicht zuletzt von diesem Vater-Sohn Konflikt. Pedro sagt, er habe das Gefühl über bekannte Menschen zu schreiben, mit einem kleinen, aber alles entscheidenden Unterschied.

 

Marmelos Buch, „Eine tausendmal wiederholte Lüge“, handelt von einem Buch, das es gar nicht gibt. Die Geschichten, die um das Buch herum erfunden werden, machen das Buch aus, so dass aus vielen Lügen schließlich eine ganz eigene Wahrheit entsteht. Marmelo selbst sagt, er habe eine Puppe in der Puppe Geschichte schreiben wollen, Geschichten, die nicht zu Ende erzählt werden.

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Ein Gedanke zu “Manuel Jorge Marmelo trifft Joao Ricardo Pedro

  1. Das klingt nach äußerst spannenden Büchern, spannend im Sinne von außerhalb des Üblichen, beide Plots sprechen mich spontan sehr an.
    Danke für deine Zusammenfassung und die Fragen, die du aufwirfst.

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