Wundgelegen im Wunder meines Lebens

Sie glaubte immer noch, dass das Leben so funktioniert: du machst deine Hausaufgaben, übst vielleicht noch ein bisschen und alles wird gut. Das Zeugnis fällt gut aus, alle loben dich und du kannst die Frage, wer du eigentlich bist, was du willst und was Dir das Leben bedeutet, noch einmal verschieben. Der Raum zum Verschieben ist endlos und zum Glück gibt es dort immer wieder Menschen, Unterbrechungen, Aufgaben, genug Dinge, die dich davor bewahren, dich dir selbst zu stellen und zu sehen, wer du eigentlich bist. Was da ist, hinter der Angst.

 

 

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14 Gedanken zu “Wundgelegen im Wunder meines Lebens

  1. Schade, dass einem schon als Kind sehr früh durch all diese Aufgaben und Verpflichtungen die Intuition genommen wird, der Zugang zu sich selbst… Später tut es ein bisschen (und manchmal auch ein bisschen mehr) weh, dorthin wieder zurückzufinden…

  2. Vielleicht ist es aber auch gut so. Was, wenn wir sonst erkennen müssten, dass wir weder etwas Besonderes sind noch etwas Besonderes werden würden, wenn wir denn die Zeit dazu hätten? Das Tun hält uns wenigstens in Bewegung, erhält uns die Illusion vom „Sinnvollen“ und die Illusion der Zeit aufrecht. Jeder tut doch irgendetwas, um der Ausgangspunkt einer Geschichte zu sein. Einer Bewegung. Einer Entwicklung. Immer auch, um Spuren zu hinterlassen.

    Andererseits ist da noch das Sichselbsthetzen. Für Lob, für Anerkennung, für das Wegschieben seiner Träume, weil man vielleicht eh nicht mehr an ihrer Realisierung glaubt. Und weil man nicht glauben will, dass man nicht mehr an sie glaubt, verschließt man eben die Augen vor sich selbst. Dieser Zirkelkreis ist vielleicht das Überleben von Menschen, die in „Luxus“ leben.

    Ach, ich weiß ja auch nicht.

    1. Ein Luxusproblem sind solche Gedanken allemal. Wer könnte das abstreiten? Und letztendlich gibt es nur Antworten, die neue Fragen aufwerfen. So geht Bewegung. So funktioniert Leben. Glaube ich.
      P.S.: Ich freue mich sehr, Dich wieder einmal hier zu lesen.

      1. Dabei wollte ich das nicht einmal als Luxusproblem „degradieren“, eher als Art und Weise ansprechen, wie man versucht, zu überleben trotz der Ressourcen. Vielleicht ist das ja der Widerspruch, an dem wir manchmal ersaufen. Der Überlebenskampf ist ein anderer, denn wir kämpfen auf anderer Ebene um eine Art des Werdenkönnens, während Menschen mit weniger Ressourcen einfach nur existieren wollen. Das ist so schwer, in Worte zu fassen.

        Ach, liebe Mützenfalterin, ich lese dich immer, aber das Schreiben fällt mir so schwer. Schweigen kann manchmal so entlastend sein, bis es dann zur Belastung wird.

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