Stöckchen vom Meer

Zustande gekommen ist diese Antwortdatenbank, weil ich Frau Meertau einfach keine Bitte abschlagen kann, obwohl ich sonst kein wirklich großer Freund solcher Nominierungen bin, weshalb ich niemanden nominieren werde. Ich habe versucht, mir Fragen auszudenken, aber dabei merkte ich, dass ich gerade selbst mit so abstrakten Fragen beschäftigt bin, dass mich Fragen der unterhaltsamen Art gerade gar nicht interessieren. So belasse ich es bei der Antwort und vergrabe das Stöckchen bei mir.

 

  1. In welchem Land würdest Du gerne ein Jahr verbringen und was tätest Du dort?

Politisch korrekt möchte ich da antworten: in Europa. Also in dieser Utopie, die ich immer noch habe, dass wir keine Grenzen brauchen, keinen kleinlichen Nationalismus, sondern dass es möglich ist, eine Gemeinschaft zu leben, die grenzübergreifend versucht, Probleme nachhaltig zu lösen, statt Verantwortung abzuschieben, und die Welt und unser Zusammenleben in ihr ein bisschen besser zu machen.

Und dort würde ich ein Jahr lang die Sprache der Solidarität und des Miteinanders lernen und vertiefen.

Ganz egoistisch träume ich davon ein Jahr lang durch Chile zu pilgern, zu Fuß möglichst viel von Natur und Menschen dort zu erleben.

  1. Beruf- Berufung – Job – Work-Life-Balance… wie hältst Du es?

Ich befinde mich in der beneidenswerten Situation, meine Berufung zum Beruf machen zu können. Schreiben und Mutter sein. Womit sich der Rest der Frage erübrigt.

  1. Natürlich bist Du ein freundlicher Mensch. In den seltenen Ausnahmen, … welches ist Deine favorisierte Dominanzstrategie?

Vielleicht ist die Frage ganz anders gemeint, aber was mich wirklich fuchsig macht, ist Ungerechtigkeit. Leider macht mich das Ausmaß der Ungerechtigkeiten jedes Mal aufs Neue so fassungslos, dass ich mich nur ohnmächtig fühle. Da ist dann nicht mehr viel mit Dominanzstrategie.

  1. Hast Du Pflanzen? Wie gehst Du mit ihnen um?

Ein paar wenige haben bis heute überlebt. Was wohl einiges über meinen wenig vorbildhaften Umgang mit ihnen aussagt.

  1. Welches sind Deine 2- 5 persönlichen Kindheitshelden?

Kindheitshelden weiß ich gar nicht, ob ich die so hatte, oder ob ich mich nur nicht daran erinnern kann. Wirklich erinnern kann ich mich, wie wichtig mir Holden Caulfield aus J.D. Salingers „Der Fänger im Roggen“ lange Zeit gewesen ist.

  1. Womit vertrödelst Du gerne Deine Zeit?

Im Bett liegend Tagträumen nachhängen.

  1. Was liest Du gerade?

Rosemarie Waldrops Hoelderlin Hybride gerade beendet. „Die gestohlene Revolution“ von Samar Yazbek gerade angefangen und mit den Gedanken immer wieder bei „Alles hat seine Zeit“, weil Sie höchstselbst mir da so viele neue Blickwinkel auf das Buch geschenkt haben.

  1. Du schreibst, weil….?

… ich nicht anders kann.

  1. Wie möchtest Du Deinen 77. Geburtstag feiern?

Mit 77 Kerzen, 77 Luftballons, meinen Kindern, vielen Enkelkindern, meinem Mann und lieben Freunden, die ich dann hoffentlich immer noch haben werde, und bestenfalls noch vielen wunderbaren neuen Menschen, die ich bis dahin kennen gelernt haben werde. Sie sind hoffentlich auch unter den Gästen. Und ich zutiefst dankbar für das wunderbare Leben, das mir zuteil geworden ist.

10.

Entweder Marguerite Duras oder Mützenfalterin. Ich werde mich da aber nie entscheiden müssen, weil ich gar kein Schiff haben möchte 😉

11.

Das Wesen der Liebe ist vermutlich die Freiheit. Ganz sicher bin ich mir aber nicht, ich bin immer noch dabei, es herauszufinden.

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