Louise Bourgeois

Man ist allein geboren. Man stirbt allein. Der Sinn des Zeitraums dazwischen ist Vertrauen und Liebe. Deshalb ist der Kreis, geometrisch gesprochen eine Eins. alles kommt zu dir vom Gegenüber. Man muss in der Lage sein, das Gegenüber zu erreichen. Wenn nicht, ist man allein.

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8 Gedanken zu “Louise Bourgeois

  1. Von Einsen und Nullen… Erreicht man aber nicht im Alleinsein durch sein Mitteilen im Digitalen auch ein Gegenüber in seinem Alleinsein? Und heben dann zwei Alleinsein einander auf?

  2. Bei den Scholastikern bedeutete der Kreis Gott. Die Teilung (mit dem Zirkel den Radius eingeben) das Leben. Teilt man den Kreis immer mehr und verbindet die Schnittpunkte, entsteht eine wunderbare, anfangs sechsblätterige , später dann vielteilige Rosette. Aus der Verbindung der Schnittpunkte auf dieser Rosette lassen sich nunmehr unendlich viele Formen entwickeln….Das wiederum steht für die Verkörperung der Welt, der Schöpfung.

    Das Gegenüber zu erreichen, wäre demnach eine schöpferische Form von Teilen oder Mitteilen…ein natürlicher, seelischer Wachstumsprozess.

    Schön, wie dieses mittelalterliche Gedankengut (gotische Scholastik) mit einer noch jungen, künstlerischen Manifestation (Luise Bourgois) zusammengeht.

    Danke für das Zitat!

    1. Das ist eine wunderbare Vorstellung und Darstellung, liebe @E.

      Auch oder vor allem beim Lesen von Louise Bourgeois Worten habe ich eine unheimliche „Befriedigung“ verspürt, die ich nicht erklären kann. Vermutlich sind wir so richtig erst ein Kreis, wenn wir uns alle miteinander verbunden fühlen. Aber das ist eine Idealvorstellung. Ich konnte mich nie von diesem Hang freimachen.

      1. Das Gefühl, sich verbinden zu können, ist wunderschön. Und die Idealvorstellung, dass wir alle uns miteinander verbinden können, keine von der man sich freimachen sollte, egal, wie sehr immer wieder die Tatsachen gegen eine solche Möglichkeit zu sprechen scheinen. Ich glaube allerdings, und zu dieser Erkenntnis haben mir ganz wesentlich die wunderbaren Bilder von Elisabeth Masé verholfen, dass wir zuallererst eine Verbindung mit uns selbst eingehen müssen, mit dem Schmerz, den Verletzungen, die vielleicht durch all die Zirkelstriche entstehen, diese Schnittpunkte, die uns vom Ganzen trennen, ohne uns wirklich daraus herauszulösen.

    1. Das tun fast alle ihrer Zitate. Es gibt ein wunderbares Buch mit Interviews und Schriften, das ich furchtbar gerne lesen würde. Leider hat es keine Bücherrei hier und man kann es nur noch als Sammlerstück zu entsprechenden Preisen kaufen. Das Buch muss eine wahre Schatztruhe sein. Wie die Kunst von Louise Bourgeois auch.

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