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Ich sollte einfach schreiben (in zweifacher Hinsicht, ohne Zwietracht zu säen), weil es heilend ist und läuternd, und vor allem, notwendig.

Vom blauen Ton des Himmels, sollte ich schreiben, und dem Schweigen der Frauen, das nichts wert ist, weil es von Männern verordnet wurde. So wie ich scheinbar seit dem Anbeginn meiner Zeitrechnung nach einer Stimme suche. Nach meiner Stimme suche und ein (männliches?) Prinzip in mir redet mir ein, was da spricht klingt schrill und hysterisch und viel zu laut, um Tiefe zu haben. Um wahr zu sein, um etwas anderes zu sein als Schein. Aber dieser Schein, der nichts mit der Sonne zu tun hat, oder wenn dann damit, dass sie zur falschen Zeit scheint, oder am falschen Ort und daher nichts zum Wachsen bringt, vielmehr alles vertrocknet, oder verbrennt, so wie auch ich, sobald ich meine Stimme erhebe, jeden Gedanken verbrenne. Was hat das mit Konkurrenz zu tun, damit, dass ich denke, alle Welt schweigt mich tot? Nur um mir dann eine Stimme zu geben, die nicht meine ist. Aufgesetzt und fortgetrieben, zu den Sirenen, die jeden auf Abwege leiten, aus purer Lust an der Zerstörung. Während ich alle möglichen Stimmen höre, Chöre von Stimmen, eine Kakophonie, aber die Botschaft, so vieldeutig, so variationsreich ausgedrückt sie auch daherkommen mag, ist klar und immer dieselbe: Du verstehst zu wenig, alle anderen sind besser als du, auf jedem erdenklichen Gebiet.

 

Und ich weiß nicht, wie viel man hören kann, wenn man nicht an das Recht einer eigenen Stimme glaubt.

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