Alter

Eine nicht unbedeutende Frage ist ja auch, was Alter für den Einzelnen (Betroffenen?) ist, eine Zuschreibung, oder etwas, womit er sich identifiziert, dem er vielleicht sogar etwas abgewinnen kann. Weniger Abgrenzung als vielmehr Kompetenz?

Und vielleicht auch die Frage, was Alter mit Risiko zu tun hat.

Monika Rinck zitiert in ihrem sehr lesenswerten Essayband „Risiko und Idiotie“ Laura Riding: „Was ist ein Gedicht? Ein Gedicht ist nichts. Durch Beharrlichkeit kann aus einem Gedicht etwas werden, aber dann ist es etwas und nicht ein Gedicht. Warum ist es nichts? Weil es nicht angeschaut, gehört, berührt oder gelesen werden kann (was gelesen werden kann, ist Prosa). Es ist kein Ergebnis von Erfahrung, sei sie gewöhnlich oder ungewöhnlich, es ist das Resultat der Fähigkeit, innerhalb der Erfahrung ein Vakuum zu schaffen – es ist ein Vakuum und daher ist es nichts.“ Vielleicht ist das „Alter“ ein ähnlich diffuser und einem eindeutigen Gegenstand entbehrender Begriff.

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3 Gedanken zu “Alter

  1. Schöne Gedanken, schön geschrieben. Aber, sag mal, ich verstehe es nicht. Weshalb kann ein Gedicht nicht angeschaut, gehört, berührt oder gelesen werden?? Herzlich, LaRa

    1. Ich kann diese Frage naturgemäß nicht beantworten, nicht letztgültig. Nur so, wie ich es verstehe, wie ich zu verstehen glaube, was Monika Rinck meint, es gibt das Gedicht so wenig, wie es das Alter gibt, oder, um mit Wallace Stevens zu sprechen: „Dinge, die wir sehen, sind Dinge, wie wir sie sehen.“

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