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In einem ihrer Essays erwähnt Virginia Woolf, dass im Grunde der Schriftsteller den Kritiker bezahlen sollte, weil es kaum etwas Wertvolleres für ihn gibt, als jemand, der ein Buch gründlich und kritisch liest.

Aber geschieht das? Ist das der „Normalfall“ bei Besprechungen in der Tagespresse (in der Besprechungen ohnehin immer seltener werden), oder auf diversen Internetportalen?

Ich will nicht bestreiten, dass es diese Art von Kritik gibt, ich könnte Namen nennen, die für eine derartige wertvolle Kritik stehen, dennoch sind sie die Ausnahme. Was ich zu 80% geboten bekomme, sind Besprechungen, die sich weitaus mehr für den Kritiker, seine Erinnerungen und seine Sicht auf die Welt zu interessieren scheinen, als für das in Frage kommende Buch. Monologe statt Gesprächsbeiträge.

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