01. April

Blitze, Regen, Sonne, Hagel, Schnee. Seit drei Tagen geht das schon so. Als würde sich das Wetter bemüßigt fühlen, mein Gefühlschaos wieder zu geben.

Nachdem ich zum ersten Mal Knausgard gelesen habe, wurde mir immer deutlicher, dass ich mir insbesondere in den letzten Jahren, regelrecht verboten habe, diese Art Bücher zu lesen, die mir Spaß machen, ohne mich intellektuell allzu sehr zu fordern. Bücher, die einfach Geschichten erzählen, die von Menschen erzählen, von ihren Verletzungen. Ganz einfach und deutlich. Ganz und gar nicht experimentell, ohne den Zugriff oder Rückgriff auf die Art von Philosophie, die mich immer wieder an die Grenzen meines Denk- und Vorstellungsvermögens bringt.

Was natürlich nicht heißt, dass diese Art Bücher, die Grenzen angehen, die experimentieren, weniger Wert sind, sie passten nur nicht zu mir. All diese Bücher, in denen sich Dichter um ihre Poetologie, um die Lage der Dichtung und ihre Bedeutung Gedanken machen, überfordern mich, sprechen aus und von einer Welt, zu der ich verzweifelt Zugang gesucht habe, ohne zu ahnen, dass ich mich dort nie wohl fühlen würde.