KARL OVE KNAUSGÅRD

„Oh, dies ist das Lied über einen Sechzehnjährigen, der in einem Bus sitzt und an sie, die Einzige, denkt, ohne zu wissen, dass die Gefühle langsam, immer langsamer matter und schwächer werden, dass das Leben, das jetzt so stolz und gewaltig daherkommt, unbarmherzig weniger und weniger wird, bis es eine handliche Größe erreicht hat – dann tut es nicht mehr so weh, aber dann ist es auch nicht mehr so schön.“

Und natürlich gibt es dem nichts hinzuzufügen, außer dem, was Knausgard selbst im folgenden Satz schreibt, das so etwas nur ein vierzigjähriger Mann schreiben kann. Zum Glück muss man vierzig werden, um zu begreifen, wie es sich mit dem Leben verhält, wie aus Übermaß etwas sehr Handliches wird. Wie sich alles beruhigt, aber eben auch an Intensität verliert. Aber wenn man es einmal begriffen hat, wird man dieses Wissen nicht mehr los.

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3 Gedanken zu “KARL OVE KNAUSGÅRD

  1. Hm, das mit der Intensität ist relativ bei mir.
    Möglich, dass sie weniger geworden ist, aber bei mir ist wohl einfach anders geworden. Nicht die Quanti- sondern die Qualität hat sich verändert. Meine Ü40-Farbpalette hat Farben, die sich die Sechzehnjährige nicht vorstellen konnte, sozusagen.
    Danke für das wertvolle Zitat.

  2. Das erstaunt mich, Widerspruch habe ich nicht erwartet 😉 Und, leider, kann ich das auch nicht ganz nachvollziehen, für mich. Daher meine Frage: diese überwältigende Wucht, dieses Gefühl von alles oder nichts, das ist ja vorbei, wenn die Jugend vorbei ist. Oder stimmt ihr auch da nicht zu?

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