20. März

Terror in Tunesien scheint nicht sehr interessant zu sein, da regt man sich lieber über einen ausgestreckten Mittelfinger auf, oder lässt sich über die Sonnenfinsternis aus. Wenn es um die Ausschreitungen in Frankfurt geht, disqualifiziert man sich, wenn man die berechtigte Frage stellt, woher die Wut und Gewalt kommt, als würden sich diese Frage und die Distanzierung von Gewalt ausschließen. Die Macht der Medien und der Bilder und unsere eigene Ohnmacht, weil wir mehr und mehr verlernen selbst (oder sogar kritisch) zu denken.

11 Gedanken zu “20. März

  1. oh, das hat geklappt jetzt 🙂
    wo ich dir doch sagen will, dass du mir aus dem herzen sprichst/schreibst!
    selber und gar kritisch denken oder hinterfragen ist nicht wirklich erwünscht, so scheint es mir auch.
    aber ich spüre auch eine ohnmacht bei mir.
    manchmal fast resignation. schlimm! denn vermutlich ist das genau das ziel.
    danke fürs denken anstoßen.
    herzlich liebe grüße von mir
    (und spätestens sonntag auch endlich eine antwortmail 😉 )

    1. ch musste alles noch einmal komplett neu einstellen, dann ging es auf einmal wieder…
      Ich finde es immer wieder erschreckend, wie stromlinienförmig die “großen” Medien berichten, da gibt es kaum noch einen Unterschied zwischen SZ und FAZ, überall die gleichen Vereinfachungen und wir alle springen immer wieder auf die “leichten” Themen an, es ist schließlich viel einfach einen Stinkefinger zu verurteilen, als sich ein Bild von der Finanzkrise und dem ganzen Ausmaß zu machen.
      Ich freue mich über Deinen Kommentar und sehr auf Sonntag und auf die Antwortmail 😉

      1. guten morgen du liebe,
        ja, du hast so recht. ich denke auch, dass es nicht gewünscht ist, dass wir uns einen überblick verschaffen. und viele wollen sich auch nicht umfassend informieren. wie du sagst, es ja schön einfach, mit dem strom zu schwimmen.
        und ich finde es auch manchmal einfacher mit dem strom zu schwimmen. mir fehlt dann einfach die kraft.
        liebe montagmorgengrüße von mir

        ps: mail ist noch nicht abgeschickt, weil noch nicht fertig. aber ich bin dran 🙂

  2. Auch mir sprichst du aus dem Herzen. Vielleicht auch der Grund, warum ich so „uninformiert“ bin betreffend Weltgeschehen: Weil ja doch immer nur so einseitig geschrieben wird.
    Danke dir!

    1. Es gibt viele Themen, die mir zu komplex sind, die Ukraine Krise ist eines davon, aber ich verlange von einer demokratischen Medienlandschaft einfach Vielfalt, wenigstens so viel differenzierte Berichterstattung, dass ich mir klar machen kann, dass ich höchstens einen Teil von dem, was vorgeht, überblicke, was ich derzeit beobachte, kommt beinahe einer Indoktrination gleich, da wird die Macht über Informationen und Bilder (Böhmermann) sehr einseitig genutzt und benutzt.

  3. …wobei es wohl kaum etwas Symptomatischeres für die Qualität der herrschenden Berichterstattung und Gemütslage gibt, als Varoufakis‘ ausgestreckten Mittelfinger und die Frage, ob er nun ein Fake ist oder nicht.

      1. Ja. Ich finde es geradezu erschütternd, wie leicht sich die Medienmacher offensichtlich auch untereinander an der Nase herumführen lassen.

  4. Hmmm, also ich finde, dass Information schon auch eine Holschuld ist. Natürlich gibt es unendlich viele Zeitungen, die nur das schreiben, worüber sich wahrscheinlich ihre Leserschaft wohlig schaudernd oder Gift und Galle spuckend erregen kann. Das sind ja in verschiedenen Ländern völlig verschiedene Themen.Aber es gibt sehr wohl Qualitätspresse. Oft ist man halt mit den dort vertretenen Sichtweisen nicht einverstanden, aber die Information, auch die Hintergrundinformation gibt es wohl.

    Verständlich ist ja auch, dass jemand sich vom derzeitigen Zustand der Welt, von den vielfältigen Problemen, Kriegen, Terroraktionen überfordert fühlt und nichts mehr davon hören will. Dann, finde ich, muss man aber so ehrlich zu sich selbst sein, sich das auch einzugestehen und nicht die Medien dafür verantwortlich zu machen.

    Natürlich werden wir alle von den Medien im allgemeinen massiv beeinflusst, keine Frage, aber wenn einem daran liegt, kann man sich dem schon einigermaßen entziehen. Es ist zeitaufwändig. Die eine Qualitätszeitung, die einem die Welt sachlich richtig, ideologisch neutral und themenmäßig ausgewogen erklärt, gibt es halt leider nicht. Die hat´s aber auch nie gegeben.

    Liebe Grüße von einer – bisher – stillen Leserin 🙂

    1. Ich habe eben gerade das Gefühl, dass sich in dieser Hinsicht, im Blick auf die von Dir so genannte „Qualitätspresse“ sehr viel geändert hat. Es sind nicht nur die gleichen Themen, es ist auch eine erschreckend ähnliche Haltung, die mir in diesen Blättern präsentiert wird. Natürlich ist Information auch eine Holschuld, allerdings sehe ich auch eine gewisse Aufgabe bei den Medien eben nicht stromlinienförmig, sondern differenziert und kontrovers zu berichten. Ich möchte auch niemanden verantwortlich machen, schon gar nicht für mich und meine Sichtweisen, ich wollte nur eine Entwicklung ansprechen, die ich seit einiger Zeit mit Befremden und Sorge beobachte. Nichts desto trotz freue ich mich über den Widerspruch einer bislang stillen Leserin 😉

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