I

Nur noch aussprechen, was wirklich notwendig ist, und im übrigen schweigen. Wie Ilse Aichinger für ein Jahr nur einen Satz notieren, oder ganz unter Ausschluss der Öffentlichkeit schreiben, wie Salinger all seine letzten Jahre, Jahrzehnte.

 

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12 Gedanken zu “I

  1. Wie schön still wäre die Welt, würden wir nur noch die wesentlichen Dinge sprechen und schreiben. Aber ob es so gesund wäre. Und ob wir dabei etwas lernen würden?
    Funktionieren wir denn nicht über das Try & Error-Prinzip und nähern wir uns nicht laut nachdenkend und leise schreibend den Wahrnehmungen, Wahrheiten und Wirklichkeiten an?
    Bei mir würde erstes – obwohl ich es mir fast paradiesisch vorstelle – nicht funktionieren, ich wandelndes Paradoxon ich.
    Zweites schon eher.

    Danke für den Impuls!

    1. Das Verrückte ist ja, dass ich das so sehr bewundere, nur das wirklich notwendige auszusprechen, öffentlich zu machen und dann doch jeden Tag etwas poste. Nicht um etwas für mich herauszufinden, dazu könnte ich still in mein Tagebuch schreiben, sondern offenbar weil ich es so nötig habe, gesehen zu werden. Schön ist so eine Erkenntnis nicht. Aber vermutlich notwendig.

      1. [Es gilt wohl endlich anzuerkennen, dass wir sehr menschliche Bedürfnisse nach Sichtbarkeit haben. Und das gibt zu kauen: Wir sind Menschen mit menschlichen Bedürfnissen.
        Warum eigentlich nicht? Warum fällt mir das zu anerkennen eigentlich so schwer?]

      1. ja, liebe Mützenfalterin, das ist wohl genau die Frage. Deshalb ist Stille auch manchmal so gut. Denn die hilft beim Nachdenken. Und dann ist reden wieder gut, denn das hilft beim Verstehen. Die Balance macht es da wohl. Deshalb habe ich jetzt nach eineigen Monaten meinen Facebook-Account wieder zugemacht. Dieser Lärm hemmt tatsächlich das Denken und hat mich eine Weile ganz still gemacht, quasi verstummen lassen…
        Liebe Grüsse
        Kai

  2. Wie schön, treibt uns beide heute Ilse Aichinger um! Ich möchte wenigstens einen Satz von Dir lesen dürfen, jeden Tag. Wenn jemand nur die notwendigen Bewegungen in einen Satz kleiden kann, dann Du.

  3. Wie gut müßte ich sein, wie lange schon geschrieben haben, um mich in einem Jahr auf einen Satz zu beschränken ? Und wie gut, welthaltig und umfassend müßte dann dieser eiine Satz sein ? Frau Aichinger darf das, kann das. Ich nicht. (Eine angedeutete Verbeugung)

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