14. Februar

Irgendwann habe ich angefangen, mir zu viele Gedanken zu machen.

Erst wurden meine Gedichte immer schlechter, schwerfälliger. Belangloser.

Schließlich konnte ich überhaupt nicht mehr schreiben.

Als hätte mein Verstand mich ausgesperrt aus dem Raum der Poesie.

 

Alles hat seine Zeit, heißt es in der Bibel. Und das bedeutet vielleicht nur, dass nicht nur unser Körper, sondern auch unsere Talente sterblich sind.

 

10 Gedanken zu “14. Februar

  1. Oder dass sie sich wandeln und erneuern, wie die Zellen.
    Sterben ist – so ahne ich – eine verkannte Chance. Diese „kleinen Tode“ versuche ich immer öfters als Sprungbretter in neue Räume zu verstehen.
    Ich denke, dass du dich zurzeit geradezu entpuppst, häutest, … dass etwas neues am Hervorwachsen ist.
    (Ist so ein Eindruck … ich mag auch ganz falsch liegen.)

  2. Dein Talent scheint in die Fänge eines „Verhinderers“ geraten zu sein. Ich nenne ihn mal „Herr Zweifler“, ein echt widerlicher Kerl. Schick ihn einfach weg, diesen destruktiven Stinker! Soll er doch im Garten Unkraut jäten und Dich SELBSTVERGESSEN schreiben lassen.
    Ich kennen den auch. Bei mir heisst der „Herr Stinkhaufen“ und sieht aus wie Kacke. Ich muss ihn immer und immer wieder wegschicken, damit er mich in Ruhe arbeiten, nein, SPIELEN lässt.

    Die „Verhinderer“ hatte man uns früh angehängt (Introjekte)

    Dein Talent ist in Dir. Das stirbt nicht einfach so.

  3. Es ist schwierig, festgefahrene, starre Kreativität wieder los zu werden und eine Lockerheit wieder zu gewinnen. Ich habe das Leiden in der Woche mindestens 1 bis 2 mal. Ich versuche dann meine Gedanken vom Streß zu befreien und habe Rituale dagegen entwickelt. Am besten hilft mir ein Hörspiel und die Freude am Zeichnen an sich. So kann ich mir einen Gegenstand hinlegen und ihn immer wieder und wieder zeichnen. Das Papier ist geduldig und ich habe es in Mengen in der Schublade. 🙂 Es gibt gute und es gibt schlechte Arbeitstage…. Ich drücke die Daumen, dass du die Starre bald wieder abwerfen kannst.

  4. Nicht finde ich schwieriger auszuhalten als die Zeiten in denen keine Worte fliessen wollen und keine Bilder ihren Weg aufs Papier oder auf den Monitor finden wollen, dann ist es mir, als wäre ein Teil von mir gestorben und ich bange … nur ganz allmählich und in einem Schneckentempo wächst auf der anderen Seite das Vertrauen, dass die Worte und Bilder gerade nur eine Pause brauchen oder einen Quantensprung … Zurzeit ist eben Pause. Warum? Es steht der Kreativität zu viele To-Dos entgegen und der Raum des Spiels ist geschlossen. Auch wen ich es bedauere, es ist so.
    Zuviel denken, daran haben sich meine Gedanken zuerst festgehakt … ja, mensch kann etwas zerdenken, aber das ist kein zuviel Denken und ich frage mich jetzt, ob das überhaupt geht …

    herzliche Grüsse
    Ulli

  5. Ich kann es nachempfinden – oder eher : der Verdacht beschleicht mich imer wieder,, daß dem bei mir so sei. Derzeit stelle ich zwar fest, daß ich besser geworden bin, daß ich aber auch ein Verstummen immer mehr fürchte. Ich brauche Anlässe zum Schreiben, emotionale, die mich dazu bringen. Das gilt auch für eine Reihe wie „Herbarium“, die eben fü mich nicht Blumen, Pflanzenn abarbeitet, sondern relativ akute Gedanken und Emotionen in ein Blütengewand zu kleiden sucht. Es muß für mich notwendig sein, etwas zu sagen, schreiben – aber ist es das wirklich ? Die Frage stellt sich mir immer wieder – und beantwortet sich genau dann, wenn ich etwas Neues im Kopf habe… LG Jost

    1. Ich beneide Dich ein wenig, um diese Erfahrung, gerade wirklich feststellen zu dürfen, dass du besser geworden bist. Und was Du schreibst, von der Notwendigkeit und den Zweifeln, Deine letzten Sätze treffen es sehr genau. Danke.

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