20. Januar

An der Theke, dort wo die Getränke und Speisen ausgegeben werden, eine zierliche, kleine Frau, die mich erst irritiert, dann offen verärgert ansieht. Und eigentlich möchte ich dieses kleine, sehr gewöhnliche Café, an einem sehr gewöhnlichen Ort auch gar nicht tauschen, gegen wechselnde Luxuswohnungen in wechselnden Kontinenten wie K. und seine Frau, oder gegen Eisregen in New York, ich denke nur manchmal, dass ich es eigentlich wollen sollte. Das mir mein Leben nicht genügen sollte. Mit seinem Mangel und der Fülle an Möglichkeiten, mich zu entwickeln, von denen ich die wenigsten nutze.

Und während ich das schreibe, kommt tatsächlich jemand an meinen Tisch und fragt, was ich da schreibe, worauf ich ausweichend antworte. Denn was wäre denn die Wahrheit gewesen? Ich schreibe, um jemand zu sein, um mir wenigstens ganz kurz zu widerlegen, dass ich niemand bin.

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