„Alles hat seine Zeit“ – Karl Ove Knausgård

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Was Knausgard da schreibt, über die Gefangenschaft im eigenen Körper, in den eigenen Zweifeln und Unsicherheiten, dieses scheinbar ausweglose Leiden an sich selbst, ist schlicht großartig.

 

Das Denken und Abwägen spielt sich zwischen diesen Polen ab: Wenn andere so großartige Sachen wie „Alles hat seine Zeit“, „Der Liebhaber“ und „Unendlicher Spaß“ geschrieben haben, wer braucht dann mein bestenfalls ambitioniertes Gekritzel? Und der Ermahnung (von mir an mich), dass es nicht meine Aufgabe ist, zu beurteilen, was die Welt braucht. Meine Aufgabe besteht allein darin, das Beste aus meinen Möglichkeiten herauszuholen.

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18 Gedanken zu “„Alles hat seine Zeit“ – Karl Ove Knausgård

  1. Guten Morgen!
    Nach den Möglichkeiten bzw. nach der Natur, der eigenen, versuchen, zu leben, das ist es. Das „Beste“ ist Beurteilung und nur im Nachhinein, who cares?
    Sagen wollt ich, Knausgard ist auch bald bei mir dran. Gutes Hinführen von Ihnen.
    Freundlichst
    Ihr Herr Hund

    1. Ach herrje, die eigene Natur? Herauszufinden, was das bei mir sein sollte, scheint mir weitaus schwieriger als zu versuchen, mein Bestes zu geben.
      Freut mich übrigens sehr, wenn ich Sie zu Herrn Knausgard führen konnte.
      Herzlich
      Ihre Mützenfalterin

      1. Ja, sicher, Sie und ich, jedermann, keiner glaubt zu wissen, was seine Natur ist, doch, mir geht es so, oft weiß ein jeder, was „sein Bestes“ ist. Nun, mir scheint die Natur näher zu sein und bekannter als das Beste. Ich hoffe doch, Sie verstehen das Beste nicht als eine Art von Leistungsnachweis.
        Ich meine, man/frau sollte machen, was man/frau kann, aus sich heraus und bestmöglich, dass man/frau aber dabei nicht vergisst, ein wenig glücklich zu sein.

        Eine Lieblingszeile aus einem Lieblingslied lautet „The first thing, you want, will be last thing, you ever need“

        Ich lese gerne bei Ihnen, wenn ich auch nicht immer die Zeit dazu habe. Es ist nie das Schlechteste (auch so eine Kategorie), bei Ihnen vorbeizuschauen.

        Freundlichst
        Ihr Herr Hund

      2. Danke für Ihre Präzisierung, die einmal mehr beweist, wie schwierig es mitunter ist, einander zu verstehen, obwohl man scheinbar die gleiche Sprache spricht. Denn wir meinen im Grunde ja das Gleiche, nur geben wir ihm unterschiedliche Namen. Was sicher nicht bedeutungslos ist, aber das wäre ja schon wieder eine ganz andere Geschichte.
        Und vielen Dank für die Zeile aus Ihrem Lieblingslied, die birgt jede Menge Potenzial.
        Ich freue mich über Ihr Vorbeischauen und noch mehr natürlich, wenn Sie das nicht frustriert.
        In diesem Sinne hocherfreut
        Ihre Mützenfalterin

  2. Ach, wenn wir anfingen Proust, Kafka, Duras und all die anderen großen Geister als Maßstab zu nehmen, dann dürfte niemand mehr auch nur einen Satz veröffentlichen, so scheint mir.
    Was ich hier lese hat Seele und findet die Worte dafür. So sehr, dass der Eintrag vom 18. Januar mich den gesamten gestrigen Tag immer wieder beschäftigt hat und auch heute noch nachwirkt in seiner bleiernen, schmerzhaften Schwere.

  3. Ich brauche dein ambitioniertes Gekritzel. Und ich freue mich sehr über dieses Lesetagebuch hier.
    (Aber was sage ich da? Ich wünschte, du könntest es glauben.)
    Ja, kann ich nur sagen, diese Endlichkeit. Es macht mir einmal mehr bewusst, dass wir nur jetzt das tun können, was nur wir tun können.

      1. Brauchen ist ja ein pöses Wort, aber ich empfinde ohne Heuchelei deine Texte als sehr kostbare Bereicherung.
        Und die Endlichkeit ebenfalls. Unendlichkeit macht mir Angst.

      2. Und ich sage, dass es die Hölle hier und jetzt gibt.
        Unendlichkeit mag es geben, für unmaterielle Energien, gut möglich, aber das Materielle, so glaube ich, ist an Raum und Zeit gebunden. Aber vielleicht ist ja alles ganz anders?

  4. Mich hast Du auch schon zu Knausgård geführt. Letzte Woche fiel mir zufällig „Sterben“ in die Hand, und jetzt liegt es auf meinem Schreibtisch und wartet geduldig auf seine Zeit…

  5. ja, hol das beste raus, du bist auf einem verdammt guten weg, liebe mützenfalterin.
    dein „gekritzel“, das wollen sehr viele lesen, mich eingeschlossen. 🙂
    du gehst den dingen (und dir selbst) auf den grund.
    und das ist etwas, was ich schätze, und was ich auch anstrebe.
    knausgard … auch zu ihm werde ich sicher noch finden, dank dir.

    1. Danke sehr, für Deine Ermutigung und Deinen Zuspruch, ich denke immer, eigentlich muss man sich davon unabhängig machen, aber dann, wenn er kommt (der Zuspruch meine ich), merke ich jedes Mal, wie gut das tut, wie sehr ich danach auch irgendwie gehungert habe.
      Und über die Ausweitung der Knausgard Kreise freue ich mich.

      1. diese zweifel immer wieder … ich glaube fast, sie sind normal.
        aber ich kann von mir sagen, dass ich trotzdem niemals ohne schreiben sein könnte.
        (und dich kann ich mir auch nicht nicht-schreibend vorstellen! 🙂 )

  6. Hallo Muetzenfalterin. Ehrlich gesagt, ich finde Deine Sätze wenig kryptisch. Ich verstehe sie jedenfalls. Und Knausgard ist cool. Auch wenn ich „Sterben“ noch nicht weitergelesen habe seit Monaten. 🙂

    Alles Liebe

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