Alles hat seine Zeit – Karl Ove Knausgård

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Seltsam, wie jetzt Engel in mein Leben treten. Zunächst hat Graugans darüber geschrieben und nun dieses Buch von Knausgard. Dabei habe ich nie ernsthaft über Engel nachgedacht, ob ich an sie glaube, oder nicht. Nur, dass sie eher furchterregend als alles andere sein müssten, diese Vorstellung hatte ich seltsamerweise. Vielleicht weil sie in der Weihnachtsgeschichte ihre Verkündigung einleiten mit den Worten: „Fürchtet euch nicht“.

 

„Bekanntermaßen können die Engel jede beliebige Form annehmen“, schreibt Knausgard, „Weniger bekannt ist hingegen, dass die Form, die sie annehmen, für sie auch eine Bedrohung darstellt. Halten sie zu lange an ihr fest, beginnt die Form sie zu prägen, und falls sie die Warnsignale nicht erkennen, wird die Form sie schließlich vollends vereinnahmen.“

 

Natürlich drängt sich der Gedanke an Form und Inhalt auf. Zu langes Festhalten an einer Form würde also auch den Inhalt beeinflussen?

Daher immer aufs Neue die Suche nach einer anderen, angemessenen Form, um das Denken beweglich zu halten, neue Perspektiven zuzulassen.

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4 Gedanken zu “Alles hat seine Zeit – Karl Ove Knausgård

  1. „Daher immer aufs Neue die Suche nach einer anderen, angemessenen Form, um das Denken beweglich zu halten, neue Perspektiven zuzulassen.“ das ist eine spannende Schlussfolgerung, die in mir nachwirkt-

    zu Engeln habe ich auch noch immer eher ein unklares Verhältnis, vielleicht sollte ich ja dieses Buch von Knausgard auch noch lesen, um diesen „Wesen“ näher zu kommen?

  2. Schön, daß sie überhaupt in Dein Leben treten, die Engel…wo Du doch auch noch diesen wunderschönen Namen trägst…Mein „Projekt E.“ war auch nicht zu Ende an Weihnachten, habe das Gefühl, es beginnt jetzt erst richtig! Beneidenswert, wie leicht füssig Du durch die Bücher von Knausgard gleitest! Ich muß mich ganz schön plagen, hab aber noch nicht so recht herausgefunden, woran das liegt…bleibe hängen am Satz aus der Geschichte von Lot, wo dieser sagt, er hätte zwei Töchter, die noch nie was mit einem Mann zu schaffen gehabt hätten, die würde er hinausschicken, damit könne der Pöbel machen was er für richtig hielte, wenn nur die beiden Männer in seinem Hause verschont blieben…da stockt mir der Atem, damit muß ich nun weiterlesen. Grenzwertig. Keine Ahnung, ob ich das Buch schaffen werde, noch überwiegt die Neugierde. Ach, und der Satz, daß die Engel in der Schöpfungsgeschichte deshalb nicht vorkommen, weil sie schon da waren…dafür dank ich ihm! Und Dir, liebe Mützenfalterin dafür, daß du uns Dein Lesen begleiten läßt!

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