17. Dezember

Mit ziemlicher Sicherheit bezieht sich Knausgard auf dieses Bild Rembrandts, wenn er schreibt: „[…] dieses eine Bild in der National Gallery ist einen Hauch klassisch realistischer und wirklichkeitsnäher gemalt, steht dem Ausdruck des jungen Rembrandt näher. Was das Bild jedoch darstellt, ist der Alte. Es ist das Alter. […] Doch die Augen sind klar, wenn auch nicht jung, so doch außerhalb der Zeit stehend, die dieses Gesicht ansonsten prägt.“

Natürlich muss ich sofort an Peter Kurzeck denken, der ein großer Verehrer Rembrandts war, immer wieder taucht Rembrandt in seinen Büchern auf. Und die Sache mit den Augen erinnert mich an dieses Video, das ich im Heinz Nixdorf Museum gesehen habe, in dem ein Mensch im Zeitraffer gealtert ist, und wie ich da dachte, dass es eigentlich nur die Augen sind, die mich erkennen lassen, dass es derselbe Mensch ist, alle Altersstufen hindurch. Knausgard geht noch weiter, er behauptet: „Das im Menschen, was die Zeit nicht anrührt und woher das Licht in den Augen kommt“, sei eben die „Seele“.

Ich habe es natürlich nicht durchgehalten, „Sterben“ erst in Berlin anzufangen, erst wenn die ausstehenden Arbeiten erledigt sind. Und ich könnte jetzt noch seitenlang schreiben, über diese Lektüre, darüber wie er den Kampf beschreibt, der das Leben ist, von dem vielleicht nur die Augen unberührt bleiben. Aber das verschiebe ich auf morgen.

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