Heinz Bude – Gesellschaft der Angst

Als ich das erste Mal von Heinz Budes „Gesellschaft der Angst“ hörte, habe ich erwartet mit Hilfe dieses Buches zu erfahren, wie Angst strategisch als Machtinstrument sowohl im wirtschaftlichen als auch im politischen Bereich genutzt wird.

Die erhofften Hintergründe dazu, wie Wirtschaft und Politik sich die Existenzangst des Einzelnen zunutze machen, um Arbeitnehmer und Bürger unmündig in ihrer Ohnmacht zu halten, ist mir das Buch schuldig geblieben. Bude liefert stattdessen eine gründliche Analyse vom Umgang mit der Angst in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen. Das Prinzip Angst ist kein Machtinstrument bestimmter Klassen mehr, es ist längst zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem geworden.

Anne Carson, Wasser

Wasser in seinen unterschiedlichen Aggregatzuständen, und die Frage, ob es diese Aggregatzustände beim Menschen auch gibt.

Ein Stamm, eine Volksgruppe, die ihre Anlagen aus bislang nicht nachvollziehbaren Gründen, verbrannten, immer wieder, mit einer gewissen Regelmäßigkeit, wird – aus genau diesen Gründen – für religiös gehalten, schreibt Carson, und ich kann nicht umhin das auch, gerade im aktuellen Kontext, als zutiefst sarkastischen Kommentar zum Zeitgeschehen, oder vielmehr zur „Anthropologie“ zu lesen.

 

Anthropologie des Wassers wäre demnach auch so etwas wie der Versuch herauszufinden, was Wasser und Mensch gemeinsam haben, wo der Mensch wie Wasser ist, und wo das Wasser menschlich erscheint. Wiederum wie in diesem Satz über die Hoffnung der Pilger.

Was erhofft sich das Wasser?

Weiterhin frei von jeder Hoffnung zu sein?